Hochschule

Serie Mannheims Studierende und ihre Initiativen

Mehr Spaß am Lesen

Jeden Donnerstag um zehn Uhr morgens vor der Vorlesung schwingt sich Studentin Carolin Abt auf ihr Fahrrad und fährt zur Wilhelm-Busch-Schule, um mit zwei Kindern lesen zu üben. Die 27-Jährige ist eine von vielen Studierenden der Universität Mannheim, die im Rahmen der Initiative „Leselernhelfer Mannheim“ benachteiligten Familien und deren Kindern an Mannheimer Grundschulen ehrenamtlich eine kostenlose Leseförderung ermöglicht.

Die Initiative möchte den Kindern durch eine einstündige Leseförderung in der Woche Spaß am Lesen vermitteln und die Türen zu einer höheren Bildung öffnen. „Ich habe viele Kinder in der Straßenbahn gesehen, die mit ihren Eltern eine andere Sprache gesprochen haben. So kam ich überhaupt erst auf die Idee, die Integration von Kindern zu fördern und selbst aktiv zu werden“, erklärt Carolin.

„Außerdem ist eine Stunde pro Woche mit den Kindern lesen zu üben gut mit dem Studium vereinbar.“ Die 27-Jährige studiert Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim. Was Carolin mit den zwei Kindern, die sie betreut, liest, spricht sie immer mit der Lehrerin der Kinder ab, damit die Bücher auch altersgerecht sind. „Die Fortschritte sind zwar nicht so groß, aber nach und nach doch sichtbar“, sagt sie. Trotzdem räumt sie ein, dass eine Stunde die Woche eigentlich immer noch zu wenig Leseübung darstellt.

„Das Beste daran, Leselernhelferin zu sein, ist, dass es so einfach ist. Ohne pädagogische Ausbildung kann ich mich sozial engagieren und den Kindern helfen“, sagt Carolin. „Man merkt wirklich, dass die Kinder besser lesen lernen wollen.“ Deshalb möchte sie in den kommenden Semestern weiter als Leselernhelferin tätig sein. Zumal sie von nun an zum neuen Vorstand der Initiative gehört und für die Kommunikation mit den Schulen zuständig ist. Hierbei organisiert sie die Zeiten, zu denen die Mentoren mit den Kindern lesen üben. Schließlich muss das alles genau geplant sein. din