Hochschule

Campus Das Uniradio „radioaktiv“ feiert seinen 20. Geburtstag und produziert 46 Stunden volles Programm in der Woche

Mit der Jukebox in die Mensa

Archivartikel

„Am 30. Januar 1997 haben Studierende angefangen, eine Radiobox in der Mannheimer Mensa aufzustellen, Musik zu spielen und herumzublödeln“, sagt Johannes Geith, Vorsitzender von „radioaktiv“. Alle zwei Wochen während des Mittagessens bekamen die Mannheimer Studierenden nun eine Sendung von „radioaktiv“ zu hören.

Am 7. April 1998, vor fast genau 20 Jahren, wurde schließlich der Verein „radioaktiv – Campusradio Mannheim e.V.“ gegründet. Seit der Gründung des Radios ist viel passiert: Allein in Mannheim hat „radioaktiv“ zwei Umzüge hinter sich, es hat diverse Feten organisiert und wurde des Öfteren für den Landesmedienpreis der Landesmedienanstalt für Kommunikation nominiert.

Ein ganzes Jubiläumsjahr

Auch in Heidelberg ist „radioaktiv“ mit einem eigenen Studio gewachsen. Um das anzuerkennen, wurde der Verein in „radioaktiv – Campusradio Rhein-Neckar“ umbenannt. Deswegen habe „radioaktiv“ zwei eigene Frequenzen in Mannheim und Heidelberg, auf denen sie zurzeit 46 Stunden in der Woche Programm spielen, so Geith.

Und diese Errungenschaften will „radioaktiv“ feiern: Ein ganzes Jubiläumsjahr ist geplant. „Am 7. April veranstalten wir eine interne Party, zu der auch alle Alumni eingeladen sind“, erzählt Florence Lang, die zweite im Bunde des Vorstands von „radioaktiv“. Dafür sei bereits eine zweistöckige Torte mit „radioaktiv“-Logo bestellt, freut sich die 21-jährige Studentin der Politikwissenschaften.

Für das restliche Jahr sei unter anderem am 4. Mai in der Kurzbar eine „tanzba“, ein Format von „radioaktiv“, unter dem Geburtstagsmotto geplant. „Ab dem neuen Semester wollen wir zudem eine Vortragsreihe veranstalten, in der Alumni von ihrem Werdegang nach dem Studium erzählen“, sagt Sarah Seider. Die 23-Jährige kümmert sich als Schatzmeisterin um die finanziellen Angelegenheiten des Vereins.

In erster Linie sieht sich „radioaktiv“ als Ausbildungsradio. „Du kannst an deinem ersten Tag schon in die Sendung reingehen und mitmachen, ein älteres Mitglied nimmt einen an die Hand“, so Lang. „Von Studierenden für Studierende, das ist unser Motto.“ Neben den Sendungen durchläuft jedes Mitglied zu Beginn eine Woche mit Workshops rund ums Radio: „Wir laden dafür beispielsweise einmal im Semester einen professionellen Sprachtrainer ein“, sagt Geith. Hierfür erhalten die Studierenden dann auch ein Zertifikat.

Bei der Themenwahl profitiere „radioaktiv“ zwar von der räumlichen Nähe zur Uni, sei aber sonst frei: „Wir sind das einzige Hochschul-Radio, das unabhängig von der Universität ist“, so der 20-Jährige. Der Student der Politikwissenschaften ergänzt: „Bei uns kann sich jeder selbst verwirklichen, je nachdem, wo die Interessen liegen.“

Gemeinsam sind Geith, Lang und Seider im Kultur-Ressort: Dort besuchen sie unter anderem die Sneak-Vorschauen im Kino und können so bereits vor dem offiziellen Filmstart berichten, ob sich ein Film lohnt oder nicht. Lang ist zudem noch im Musik-Ressort: „Wir gehen auf Konzerte und Festivals und berichten davon.“ Das Sport-Ressort könne alle Spiele der Rhein-Neckar-Löwen oder des Waldhof Mannheim besuchen. „Ich war dabei, als die Rhein-Neckar-Löwen die Meisterschaft gewonnen haben. Das ist so unglaublich: Nach dem Spiel darfst du mit aufs Spielfeld, stehst im Champagnerregen und darfst dann Groetzki interviewen“, sagt Geith.

Konkurrenz durch das Netz

Neben den Ressorts hat „radioaktiv“ noch den themenunabhängigen „Campus-Wecker“ im Programm. „Hier versuchen wir, den Studierenden einen guten Start in den Tag zu ermöglichen“, sagt Seider. Das gelinge vor allem durch viel Musik und kleine Spiele. „Das sind zum Beispiel Ratespiele, einmal haben wir zum Beispiel ein Ferrero-Rocher-Wettessen gemacht.“ Auch außerhalb des Vereins unternehmen die Mitglieder einiges zusammen: So stellt „radioaktiv“ seit einigen Jahren eine Staffel für den Mannheimer Marathon.

Selbst nach 20 Jahren befindet sich „radioaktiv“ noch im Wandel: „Spotify und andere Anbieter sind für uns eine direkte Konkurrenz“, so Geith. „Wir konkurrieren um die Studenten, die mit ihren Kopfhörern in der Bibliothek sitzen.“ Gegen diese Entwicklung müsse „radioaktiv“ einiges tun, bis jetzt ist die Strategie, den Hörern durch abwechslungsreiche Sendungen und Nachrichten einen Mehrwert zu bieten. Daneben gibt es neuere Entwicklungen wie Webradios, die im Internet gehört werden können. Im Webradio von „radioaktiv“ läuft daher außerhalb der Sendezeiten 24 Stunden „Music Nonstop“. Als Zukunftswunsch hat Geith zurzeit nur eines: „Radioaktiv soll noch 20 Jahre bestehen.“