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Kultur Hobby-Dichter zeigen ihr Talent beim 14. Poetry-Slam der Fachschaft für Sprach-und Literaturwissenschaften der Universität Mannheim

Mit Geburtsgeschichten auf das Siegertreppchen

Die Fachschaft für Sprach- und Literaturwissenschaften (Split) der Universität Mannheim veranstaltete zum 14. Mal den Poetry-Slam „Wortsplitter“, bei dem einmal pro Semester Dichter und Denker der Region von Studierenden eingeladen werden, um ihr poetisches Können unter Beweis zu stellen. Insgesamt sechs Poetry-Slammer traten an diesem Abend gegeneinander an und stellten sich der kritischen Beurteilung des Publikums, das die Auftritte bewertete.

Die Themen rangierten von der Arbeit als Heimerzieherin, den Hürden innerhalb eines Auslandssemesters bis hin zu prekären Situationen innerhalb des Kreißsaals. Paul Pasler, Split-Vorstand und gemeinsam mit Mara Hielscher auch Moderator des Abends, betonte die gute Zusammenarbeit unter Kommilitonen innerhalb der Fachschaft sowie das ehrenamtliche Engagement der Helfer, die dazu beitragen würden, dass die Veranstaltung immer wieder ein Erfolg sei.

Die beiden Moderatoren wirkten der aufkommenden winterlichen Stimmung in Hawaiihemden entgegen und führten mit ihrer sympathischen Art durch den Abend. Drei der insgesamt sechs Poeten konnten sich einen Platz im Finale sichern.

Familienleben als Inspiration

Am Ende setzte sich Holger Rohlfs aus Darmstadt gegen seine Mitstreiter durch. Bereits in der Pause vor dem Finale war er der Favorit einiger Zuschauer. Mit dem Satz „Wer mich kennt, weiß, ich rede gerne über Kinder“, stieg der 45-Jährige in seinen Vortrag ein und offenbarte damit die Quelle seiner Inspiration. Als Vater von fünf Kindern zwischen neun und zwanzig Jahren, mangelt es Rohlfs nicht an kuriosen Situationen, die als Material für ironisch angehauchte Texte dienten.

Besonders gut kam sein Text über den problematischen Verlauf der Geburt seines ersten Kindes beim Publikum an. Wer seine souveräne Art auf der Bühne erlebt hat, vermutet jahrelange Erfahrung im Poetry-Slammen von dem 45-Jährigen. Tatsächlich ging der Familienvater erst vor eineinhalb Jahren unter die Poeten: „Eigentlich wollte ich ein Kochbuch schreiben, aber dann sind doch freie Texte daraus geworden.“ Am Poetry-Slam gefällt ihm besonders die Szene. „Man trifft da ganz tolle Leute“, erzählt der Darmstädter Rohlfs.

Gedichte mit Herzblut

So bunt gemischt die von den Slammern verwendeten Themen auch waren, in einem Punkt schienen sich die Künstler einig zu sein: In allen Texten schien viel persönliche Erfahrung und Herzblut zu stecken, eine Tatsache, die eine besondere Verbindung zwischen Dichtern und Publikum schuf. Der Abend bot einen Einblick in die individuelle Gedanken- und Erfahrungswelt der Poeten, die alle mit sprachlicher Raffinesse und einem eigenen Stil überzeugen konnten.

Neben dem nächsten Slam wird die Fachschaft Split im nächsten Semester zudem noch einen Kurzgeschichten-Wettbewerb veranstalten, bei dem sich auch zukünftige Autoren beweisen können, erklärten die Verantwortlichen.