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Campus Das Institut für Sport bietet für die stressige Zeit des Lernens 20-minütige Meditationskurse im Schloss an, denn nur ein klarer Kopf kann leistungsfähig sein

Mit gestärktem Geist durch die Prüfungsphase

Nichts denken, nichts tun zu müssen, Sorgen und Stress nicht wahrnehmen: Meditation ist eine Erfahrung geistig kompletter Stille. Dennoch ist sie nicht leicht in die Praxis umzusetzen, geschweige denn in den Alltag zu integrieren, der von Verpflichtungen, Leistungsanspruch, Hektik und nicht zuletzt von Prüfungsphasen durchsetzt ist. Dabei ist es gerade in solchen Momenten wichtig, für kurze Zeit einen Gang runterzuschalten.

Denn sobald der Druck von außen den Geist überreizt, kann dies kontraproduktive Auswirkungen haben. Wir erkennen nur noch schwer Zusammenhänge, lernen fahrig und unstrukturiert. Phänomene wie unruhiger Schlaf, Nervosität oder Rückenschmerzen etwa sind deutliche Signale. In Belastungsphasen sei es daher besonders ratsam, den eigenen Blick wieder achtsam nach innen zu richten und den Stress zu neutralisieren. Anlässlich der Prüfungsphase haben die Organisatoren vom Hochschulsport der Universität Mannheim einige Vorlesungsräume zu meditativen Orten des Rückzugs ausgestaltet.

Meditation im Schloss

So bietet auch dieses Jahr das Institut für Sport (IfS) 20-minütige Meditationskurse in der Prüfungsphase am Uni-Campus an. Noch bis zum 14. Dezember können interessierte Studierende von Montag bis Donnerstag zwischen drei bis vier Terminen wählen. Die Anmeldung verläuft über die Homepage des IfS. Hier werden die unterschiedlichen Uhrzeiten und Räumlichkeiten bekannt gegeben. Das Angebot ist kostenfrei, auch eine Yoga-Card ist nicht erforderlich. „Man kann einfach kommen, wie man ist, ohne Vorerfahrung in Meditation oder Yoga gesammelt haben zu müssen“, so Charlotte Werner, stellvertretende Institutsleiterin des IfS.

Die ersten Versuche, den Geist zur Ruhe zu bringen, könnten einigen Menschen zunächst schwerfallen. Denn sobald der Körper sich in einem Zustand der Regungslosigkeit befindet, erscheinen geschäftige, pulsierende Gedanken präsenter denn je zu sein. Vereinzelt träten wir mit Emotionen in direkte Verbindung, denen unsereins auszuweichen versucht. Mit der Meditation lernen wir, die ein analytisches Denkmuster gewohnt sind, äußere Sinneseindrücke nicht zu registrieren und die Gedanken nicht zu beurteilen. Wenn sich in einem Moment der Stille die Aufmerksamkeitslenkung nach Innen mühsam anfühlt, so sollten wir uns weder verurteilen noch entmutigen lassen.

Meditation ist eine Geistesschulung, in der jeder einzelne Schritt wertvoll sei. Der Weg sei das Spannendste mit bedeutsamen positiven Effekten. „Durch die meditative Praxis verbessert sich die Konzentration und die eigene Kreativität sowie das mentale Wohlempfinden und ist produktivem Lernen förderlich“, so Werner.

Ein ausgeglichener Geist sei dadurch aufnahmefähiger und kann mit Ängsten sowie Stress besser umgehen. Gleichzeitig lernen Meditierende, die Dinge nicht mehr zu bewerten, sondern sie ohne Wertung anzunehmen. Wer den Ist-Zustand als auch sich selbst so akzeptiert, wie er ist, verstehe, sich weniger zu kritisieren, dafür zunehmend in die eigenen Stärken zu vertrauen.