Hochschule

Campus Umweltbewussteres Leben / Universität Mannheim beteiligt sich an stadtweiter Kampagne für Mehrweg-Kaffeebecher

Nachhaltigkeit beginnt mit kleinen Dingen

Archivartikel

Julia Zent versucht, umweltbewusst zu leben. Beim Einkaufen hat sie stets eine Stofftasche dabei, Einweg- Produkte versucht sie zu vermeiden. Sie fährt, sofern möglich, mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto, versucht einfach mit kleinen, alltäglichen Dingen einen Unterschied zu bewirken, wie sie selbst sagt. Die 20-Jährige studiert Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim.

Wie für viele Studierenden ist Kaffee auf gewisse Weise ein wichtiger Bestandteil des Unialltags. Für Zent ist es jedoch klar, dass sie auch bei ihrem Kaffeekonsum versucht, die Umwelt möglichst zu schonen, indem sie ihren Kaffee von Zuhause in einer Thermoskanne mit in die Uni bringt. Dennoch kommt es vor, dass sie Lust auf Kaffee bekommt und keinen dabei hat. „Dann wäge ich immer ab. Brauche ich wirklichen einen Kaffee für unterwegs und nehme den Pappbecher in Kauf? Oder verzichte ich heute für die Umwelt auf meinen Kaffee?“ Die mitnehmbaren Kaffeebecher und die Plastikstäbchen zum Umrühren in der EO Cafeteria der Universität stören sie, weil sich so Unmengen an Müll ansammeln. Deshalb benutzt Zent in der EO Cafeteria immer die Mehrwegtassen.

Pappgefäße ade

„Leider stehen die normalen Tassen aber nicht so zentral wie die Pappbecher“, sagt Antonia Kowatz. Die 19-Jährige studiert Kultur und Wirtschaft mit Anglistik im Bachelor an der Universität Mannheim.

Das findet auch Zent, wobei sie sich auch die Abschaffung der Pappbecher vorstellen könnte: „Die Uni könnte mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie die Pappbecher von sich aus verbietet.“ Eine solche Umstellung sei jedoch eher schwer umzusetzen. Vor allem von jetzt auf gleich, sagt Zent. Am wichtigsten ist es für die Studentin deshalb, dass jeder Einzelne sein Handeln reflektiert. Denn am Ende sei jeder selbst dafür verantwortlich, seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten, so Zent. Dem schließt sich auch Astrid Brandenburger an. Sie ist die Vertreterin des Geschäftsführers des Studierendenwerks Mannheim. „Die Tassen stehen direkt seitlich an den Kaffeeautomaten in der EO Cafeteria. So können alle Gäste, die sich einen Kaffee am Automaten kaufen, die Tassen sehen und sich dann entweder für die Mehrwegtasse oder einen Pappbecher entscheiden“, sagt Brandenburger. Bechermüll lasse sich nur dann nachhaltig vermeiden, wenn die Gäste der EO Cafeteria bereit seien, das zu unterstützen und alte Gewohnheiten abzulegen.

Um einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten, ist das Studierendenwerk Mannheim seit Herbst vergangenen Jahres „Full-Service-Partner“, der stadtweiten Kampagne „Bleib deinem Becher treu“. Studierende können so Kampagnenbecher für vier Euro kaufen. Diese lassen sich wieder befüllen und können im Gegenzug für eine Pfandmarke abgegeben werden, die man beim nächsten Kaffee für unterwegs wieder einsetzt. Auch Zent findet die Kampagne sinnvoll: „Eine perfekte Lösung ist gar nicht so einfach. Das ist aber schon einmal ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.“