Hochschule

Vortrag Eckart von Hirschhausen und Jutta Mata diskutieren vor mehr als 300 Zuhörern darüber, was man für die Gesundheit tun kann

„Nicht rauchen, bewegen, viel Gemüse“

Eckart von Hirschhausen besitzt nicht nur einen so ausgefallenen wie einprägsamen Namen, zugleich ist er ein echtes Unikat in der deutschen Medienlandschaft. Der promovierte Arzt hat nur ein Jahr als solcher gearbeitet. Parallel hatte er Wirtschaftsjournalismus studiert und schrieb später für diverse Tageszeitungen und Magazine. Heute ist der 51-Jährige vor allem als Kabarettist, Fernsehmoderator und Bestseller-Autor bekannt.

Zum Semesterbeginn besuchte Eckart von Hirschhausen die Universität Mannheim, um mit Jutta Mata, Professorin für Gesundheitspsychologie, über das Thema der öffentlichen Gesundheit zu diskutieren. Hirschhausen bringt es auf den Punkt, was es für ein gesundes Leben braucht: „Nicht rauchen, bewegen, viel Gemüse.“ Er habe früh festgestellt, dass es zwar gut und wichtig sei, dass es Ärzte gebe, die Krankheiten behandelten, es aber noch viel entscheidender sei, dass die Menschen gar nicht erst krank würden.

Hirschhausen und Mata gingen also der Frage nach, wie öffentliche Gesundheit eben genau das wird: öffentlich. Statt sich von einem Moderator durch den Abend leiten zu lassen, unterhielten sich die beiden miteinander. Ungezwungen und kurzweilig, begleitet von einer Powerpoint-Präsentation. Der mehr als 300 Menschen fassende Hörsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Verständliche Wissenschaft

Als einer der Begründer des medizinischen Kabaretts formuliert Hirschhausen wissenschaftliche Erkenntnisse so, dass sie dem Zuhörer blitzschnell einleuchten. Er sagt: „Wir müssen es schaffen, das aus abstrakten Fakten eine Information wird, die die Menschen berührt.“ Das sei vor allem deshalb wichtig, weil wir zunehmend in einer wirtschaftskritischen Gesellschaft lebten. „Wie politisch muss Wissenschaft also sein?“, fragt der Mediziner die Psychologin. Als Forscher sei es ihre Grundaufgabe, Wissen zu vermehren, antwortet Mata. Sie wolle und könne nur sachorientiert argumentieren. Kritik äußert sie an den Medien: „Es gibt in Deutschland die Tendenz, immer dieselben Wissenschaftler zu befragen. Ich sage: Schafft mehr Diversität.“ Auch werde in Talkshows Uneinigkeit unter Wissenschaftlern suggeriert, die es gar nicht gebe, wie bei der Gesundheitsgefährdung von Stickoxiden.

Hirschhausen fordert die jungen Akademiker auf, ihr Wissen aktiv mit der Welt zu teilen. Sei es unter Freunden, über einen eigenen Youtube-Kanal oder im Verein. Jeder Einzelne stehe hier in der Verantwortung. Für seinen eigenen Lebensmittelkonsum hat er sich die Regel aufgestellt, sich jedes Mal zu fragen, ob er aus dem bestehen möchte, was er da gerade isst. „Dadurch fallen viele ungesunde Erfindungen der Neuzeit schonmal weg“, so Hirschhausen.