Hochschule

Unisport Boule erstmals im Sportangebot für die Studierenden der Universität Mannheim / Morgen kann die neue Sportart auf dem Schlossgelände erprobt werden

Präzision, Taktik und Körperbeherrschung

Archivartikel

Die meisten kennen Pétanque/Boule aus dem Frankreich-Urlaub. Denn besonders hier spielen die Menschen viel Boule. Aber auch in Deutschland erlange der gesellige Sport immer mehr Aufmerksamkeit, so Ralf Steidl, Mitglied des Pétanque Club Bouletten Mannheim e.V.

Für den 52-Jährigen ist Pétanque jedoch viel mehr als nur ein Urlaubssport, weshalb er gerade dabei ist, seine Trainerlizenz zu erwerben. „Zwar braucht man die Trainerlizenz nicht, dennoch ist sie sinnvoll.“ Weiter ergänzt sein Vereinskollege Daniel Klein: „Gerade weil Pétanque oft im Urlaub gespielt wird, werden bestimmte Kniffe falsch weitergegeben. Da ist es durchaus praktisch, wenn man die Regeln genau kennt.“ Zusammen haben die zwei Boule als Sportangebot am Institut für Sport ins Leben gerufen.

„Da wir alle aus dem Verein mal studiert haben, haben wir uns gefragt, warum Boule nicht für Studenten angeboten wird“, sagt Steidl. Weiter sagt er: „Außerdem wurde Pétanque noch nie von der Uni aus für Studierende angeboten. Deshalb wollen wir das Experiment wagen.“ Um anfängliche Barrieren zu überwinden bieten sie daher erste Schnuppertermine auf dem Ehrenhof des Schlosses an. Sobald der Kurs jedoch angelaufen sei, wollen sie diesen auf ihrem Vereinsgelände im Sportpark Pfeifferswörth fortführen, so Steidl.

Ausgleich zum Unistress

In den wöchentlichen Treffen soll es zwar eine gewisse Struktur geben, damit den Spielern, die mit Boule noch nicht vertraut sind, die Grundtechniken erklärt werden können. An erster Stelle stehe jedoch ganz klar das Spiel und der Spaß, sagt Steidl.

Deshalb spielt es für die Vereinsmitglieder auch keine große Rolle, ob man von Boule oder Pétanque spricht. Boule bezeichne den Freizeitsport und Pétanque den professionellen Sport, am Ende zähle jedoch nicht die Bezeichnung der Sportart, sondern der Spaß daran. Während des Spielens vergesse Steidl alles um sich herum, könne ganz aus dem Alltag abschalten. „Früher habe ich Volleyball gespielt, bin jedoch beim Boule hängengeblieben, weil der Suchtfaktor einfach so groß ist“, sagt Steidl. Ziel des Spiels ist es dabei, der Zielkugel, umgangssprachlich „Sau“ genannt, mit den eigenen Eisenkugeln so nah wie möglich zu kommen. Spielkollege Klein schätzt am Spiel besonders, dass keine Grundvoraussetzungen benötigt würden. So könne jeder mit jedem spielen und das auch überall. Dem schließen sich auch Helene Peter und Hanna Daubaris an: „Wir sind einfach spontan aus Jux und Tollerei mal vorbeigekommen und wirklich positiv überrascht. Es macht wirklich Spaß“, sagt Peter.

Beide studieren Wirtschaftsmathematik an der Universität Mannheim. Das Einzige, was für Boule benötigt werde, sind die hohlen Eisenkugeln. Diese stellt der Verein für die Studierenden zur Verfügung. Auch in Bezug auf den Untergrund habe das Spiel keine großen Ansprüche, da nahezu jeder Untergrund bespielbar sei, so Klein.

„Pétanque ist ein interessanter Sport zum Ausgleich. Hier benötigt man volle Konzentration, Körperbeherrschung, hat jedoch gleichzeitig das gesellige Miteinander und lernt so vielleicht sogar neue Freunde kennen“, sagt Steidl. Er denkt, dass Boule gut ankommen werde. din