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Soziales Die ehrenamtlichen Mitglieder von Unicef sammeln Geschenke für bedürftige Kinder

Schuhkarton zu Weihnachten

Während die Supermärkte schon seit September Lebkuchen in ihrem Sortiment führen, wird spätestens jetzt, Anfang November, auch dem letzten Weihnachtsmuffel klar: Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Und das bedeutet: Die Jagd nach dem perfekten Geschenk in den überfüllten Kaufhäusern geht erneut los. Aber was wäre Weihnachten ohne Geschenke? „Für viele Kinder unvorstellbar“, sagt Sarah Lehmann. Sie studiert Politikwissenschaft an der Universität Mannheim und ist Mitglied der Hochschulgruppe Unicef.

Weiter ergänzt die 22-Jährige: „Natürlich geht es bei Weihnachten nicht nur um die Geschenke, sondern auch um das Zusammensein mit der Familie.“ Dennoch sei den Mitgliedern das Projekt „Glück im Schuhkarton“ ans Herz gewachsen, da eine tolle Kindheit unbezahlbar sei, sagt Marie Hausner.

Die 19-Jährige ist eine der vier Vorsitzenden der ehrenamtlichen Hochschulgruppe und studiert ebenfalls Politikwissenschaft an der Universität Mannheim. Die Hochschulgruppe organisiere die Aktion seit 2010 jährlich.

Jeder kann helfen

Mit Flyern in verschiedenen Geschäften Mannheims macht die Hochschulgruppe auf die Weihnachtsaktion für bedürftige Kinder aufmerksam. Die Idee dahinter ist ganz simpel: Wer möchte, kann einen Schuhkarton mit liebevollen Geschenken befüllen, verpacken und in einem der teilnehmenden Geschäfte abgeben.

Entscheidend ist dabei, dass es nicht darauf ankomme, den Karton mit teuren Geschenken zu befüllen. „Jeder kann etwas bewegen. Fünf oder zehn Euro reichen schon. Außerdem kann auch gut erhaltene Kinderkleidung in den Schuhkarton oder Kuscheltiere“, sagt Hausner. Aber auch Bücher seien herzlich willkommen: „Wenn ich nur daran denke, wie viele Bücher ich geschenkt bekommen habe und nie gelesen habe. So etwas wäre perfekt für den Schuhkarton und würde den Kindern sicher eine Freude bereiten“, sagt Lehmann. Um sicherzustellen, dass die Geschenke neuwertig sind, werden die Mitglieder der Hochschulgruppe die Pakete vor der Verteilung an die Kinder überprüfen, sagt die Vorsitzende.

Da die Hochschulgruppe noch weitere Aktionen plane, organisieren nur elf der Mitglieder die Weihnachtsaktion. Sechs Wochen lang plane die Gruppe diese für Weihnachten. Dabei habe es auch Rückschläge gegeben, so Lehmann. Teilweise sei es nervenaufreibend gewesen, die verantwortlichen Ansprechpartner zu erreichen.

Auch sei es vorgekommen, dass Einrichtungen bereits Weihnachtsgeschenke aus anderer Quelle erhalten. Weil die Hochschulgruppe anfangs keinen Sponsor für ihre Flyer gefunden habe, sei sie froh gewesen, als Enactus, eine unternehmerische Initiative der Universität Mannheim, diese Aufgabe übernommen habe.

Ebenfalls sehr kooperativ seien die Anlaufstellen gewesen, bei denen die Schuhkartons abgegeben werden können. „Letzten Endes hat alles gut geklappt, und wir haben die richtigen Empfänger gefunden, bei denen wir unsere Pakete gerne abgeben“, sagt Lehmann.

Zum einen würden die Schuhkartons an zwei Schulklassen gehen, mit denen das Kinder- und Jugendheim St. Anton in Mannheim kooperiere. Da viele Kinderheime bereits Geschenke für Weihnachten erhalten, sei es der Hochschulgruppe wichtig, auch Kindern aus sozial schwachen Familien, die nicht im Kinderheim leben, eine Freude zu machen, sagt Lehmann. Zum anderen werde das Schiffer-Kinderheim in Mannheim Pakete der Weihnachtsaktion erhalten. „Wir hoffen, dass wir an so viele Kinder wie möglich Weihnachtsgeschenke verteilen können. Aber weil wir noch nicht genau wissen, wie viele Schuhkartons wir bekommen, können wir keine feste Anzahl versprechen“, sagt Hausner.

Kleiner Aufwand – große Freude

Besonders freuen sich die Mitglieder der Hochschulgruppe Unicef auf die Reaktion der Kinder, sagt Nick Baumann. Auch der 21-Jährige studiert Politikwissenschaft an der Universität Mannheim. Seine Kommilitonin Miray Cicek studiert ebenfalls Politikwissenschaft und kann ihm dabei nur zustimmen: „Mich begeistert an der Aktion am meisten, dass man mit kleinem Aufwand für große Freude bei den Kindern sorgen kann.“

Beide sind erst seit diesem Semester Mitglieder der Hochschulgruppe und helfen somit das erste Mal bei der Organisation der Aktion. Bereits letztes Jahr mitgeholfen hat Daniel Rannert.

Der 23-Jährige studiert Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und kann die Ahnungen der andern nur bestätigen: „Es ist wirklich ein tolles Gefühl, die Pakete abzuliefern.“ Vor allem weil man genau wisse, dass die Geschenke an den richtigen Stellen ankommen, ergänzt Hausner.