Hochschule

Hochschulpolitik II Mark Danker, der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta), legt sein Amt vorzeitig nieder/ Wahl des Nachfolgers heute Abend

Trotz Rücktritt mit der Arbeit zufrieden

Es sind erst ein paar Monate vergangen, seit Mark Danker den Vorsitz des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Uni Mannheim übernommen hat. Im Juni 2017 wurde der damals 19-Jährige gewählt. „Gefühlt ist es aber schon länger her“, sagt er. In den Winterferien hat Danker angekündigt, sein Amt als Asta-Vorsitzender zu Semesterbeginn niederlegen zu wollen.

„Mir hat die Arbeit hier Spaß gemacht, gar keine Frage. Ich wusste, dass das Amt jede freie Minute beansprucht“, erklärt er. „Vor allem bringt das Amt aber einen hohen Druck mit sich, der mich durchaus beeindruckt hat. Hier konnte ich spannende Erfahrungen sammeln.“ Wenn viele Leute etwas von einem wollten und man viele Sachen gleichzeitig organisieren müsse, gehe das mit der Zeit allerdings auch an die Substanz: „In den letzten Monaten und auch schon in der Zeit davor habe ich mich immer für den Asta entschieden, wenn ich zwischen Arbeit für mein Studium und Arbeit für die Hochschulpolitik wählen musste. In Zukunft möchte ich häufiger sagen können: Mein Studium geht vor. Man kann nun mal nicht alle Bälle gleichzeitig jonglieren. Irgendwann ist man an einem Punkt, an dem man sich entscheiden muss.“

Vertrauen ist wichtig

Eigentlich sei es machbar, den Asta neben dem Studium zu führen: „Wenn man ein optimales Team hat, auf das man sich jederzeit blind verlassen kann. Und wenn man sich in der Führungsebene sehr gut versteht und sich absprechen kann, wann wer was für das Studium machen muss.“ Das sei in den letzten Monaten aber nicht immer der Fall gewesen: „Damit das so ist, muss aber auch viel Positives zusammenkommen.“ Trotzdem ist er mit der Bilanz seiner acht Monate zufrieden: „Wir haben die Finanzierung der Bibliotheksöffnungszeiten bis 23 Uhr langfristig gesichert und das Kulturticket eingeführt. Und auf unseren Druck hin hat die Uni die Ausgaben für das E-Learning verdreifacht.“ Gerne hätte er aber noch mehr erreicht: „Es steht eine Reform des Semestertickets an, was im nächsten halben Jahr viel Zeit einnehmen wird.“

Auch weiterhin helfen

In kaltes Wasser muss Dankers Nachfolger aber nicht springen: Die Co-Vorsitzende Linda Bachmeier bleibt dem Asta erhalten, und auch Danker sagt: „Wenn man meine Hilfe braucht, werde ich natürlich mit meiner Erfahrung zur Verfügung stehen. Solange es nicht wieder auf ein zeitintensives Asta-Amt hinausläuft.“ Seinem Nachfolger wünscht er viel Erfolg: „Für das Amt darf eine gewisse Hingabe nicht fehlen, man muss unglaublich viel Zeit und Kraft hineininvestieren. Wichtig ist, dass man eine Linie der Moderation sucht. Der Erfolg der Studierendenvertretung hängt außerdem nicht zuletzt an der guten Zusammenarbeit zwischen Asta und Fachschaften.“

Wer Dankers Nachfolger als Asta-Vorsitzender wird, wird heute Abend in einer außerordentlichen Sitzung des Studierendenparlaments entschieden. Das Amt ist für die Vertretung der Studierenden von zentraler Bedeutung: Der Vorsitzende vertritt die Interessen der Eingeschriebenen gegenüber dem Rektorat und der Universitätsverwaltung und kann Anliegen der Studierenden mit einem eigenen Etat durchsetzen.