Hochschule

Serie Einblick in die Welt von Professoren und Dozenten

Über die Wirklichkeit

Archivartikel

Professoren und Dozenten halten Vorlesungen und Seminare, doch was macht ihren Berufsalltag aus? Unsere Serie stellt sie vor.

„Es ist die Auseinandersetzung mit den Grenzen und die Vernetzung verschiedener Kulturen“, fasst Eva Meineke das Kernanliegen ihrer wissenschaftlichen Arbeit zusammen. Dabei verfolgt die Literaturforscherin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Romanischen Seminar der Universität Mannheim einen vergleichenden und interkulturellen Ansatz, indem sie Literatur, Kunst und Film gegenüberstellt. Meineke ist seit jeher durch verschiedene Kulturen geprägt. Aufgewachsen in Italien, absolvierte sie ihr Abitur in Deutschland. Mit ihrer Rückkehr nach Italien vertiefte sie ihre Begeisterung für Literatur und kulturellen Beziehungen an der IULM University in Mailand.

Nachdem sie in Paris promovierte, führte sie ihr Weg im Jahre 2011 an die Universität Mannheim. Dort habilitierte sie im vergangenen Jahr, auf den Spuren der Surrealismen in Italien und Frankreich. „‚Surreal’ bedeutet unter anderem ,überwirklich’, wie die Qualität eines Traumes. Im Surrealismus geht es um verdrängte Bereiche im Unterbewusstsein, die der Mensch nicht sehen will“, vereinfacht Meineke den Grundgedanken der geistigen Bewegung. „Dies inszeniert er und fordert gleichzeitig die Erweiterung des Blicks gegen Mauern, die in den Köpfen errichtet werden.“ Meinecke interessiert dabei, wie der Surrealismus, der sich als grenzüberschreitendes Phänomen erweist, in den politischen Kontexten von Krieg, Migration und Flucht Ausdruck findet.

Neben der Leitung von Seminaren arbeitet Meineke derzeit an einem Handbuch fürs Italienische und einem Publikationsbeitrag über aufgeschlossene Beziehungen zwischen Italien und Deutschland. Ihre wissenschaftliche Arbeit inspiriert, einen anderen Blickwinkel auf die Realität einzunehmen. Einen, der Literatur und Film als Fenster zur Weltwahrnehmung entdeckt. red