Hochschule

Popakademie Absolventen erfolgreich in der Musik- und Businessbranche – von Alice Merton über Joris bis hin zu von Jungfeld

Vom Studium in die Charts

Die Sängerin Alice Merton („No Roots“) und die Schlagzeugerin Anika Nille sind beide erfolgreiche Popakademieabsolventinnen, doch ihre Karrieren spiegeln verschiedene Gesichter des Erfolgs wider: den sichtbaren Erfolg in den Charts und die Karriere jenseits der breiten Öffentlichkeit. In ihrem 15-jährigen Bestehen hat die Hochschuleinrichtung für populäre Musik zahlreiche Erfolgsgeschichten auf beiden Seiten geschrieben und offenbar eine wichtige Lücke geschlossen. Ihr Studienbetrieb lässt sich in zwei gleichwertige Ausbildungssäulen unterteilen, den künstlerischen Bereich und den Business-Bereich, die Hand in Hand arbeiten.

Große Hits

Alice Merton, deren Hit „No Roots“ in Deutschland Platin- und in den USA Goldstatus erreicht hat, steht für eine bislang beispiellose Manifestation des Kerngedankens der Verzahnung beider Bereiche. Die Singer- und Songwriterin hat ihre gesamte Band in Mannheim an der Popakademie gefunden, dazu ihren Manager Paul Grauwinkel (Musikbusiness-Absolvent), mit dem sie gemeinsam über ihr eigenes Label Paper Plane Records ihre Musik veröffentlicht.

Auch die Band von Deutschpop-Poet Joris stammt aus Popakademie-Tagen. Sein Debüt-Album „Hoffnungsvoll Hoffnungslos“ nahm in dem modernen Zweckbau im Jungbusch ebenso seinen Anfang, wie die Karrieren der Deutschpop-Kollegen Körner, Mine oder Alina. Mine, alias Jasmin Stocker, zählt zudem zu den talentiertesten Songschreiberinnen ihrer Generation. Mit einem wahren Staraufgebot in Sachen Deutschpop wartet der angegliederte Bandpool der Akademie auf. Das bundesweit führende Förderprogramm für Rock und Popmusik verhalf unter anderem Max Giesinger, Revolverheld oder Tim Bendzko in die Charts.

Eine Sonderstellung kommt Konstantin Gropper und seinem Musikprojekt „Get Well Soon“ zu. Als erste echte Popakademie-Band ist sie bis heute erfolgreich. Ihr aktuelles Album „The Horror“ führte sie erst kürzlich auf renommierte Bühnen wie die Elbphilharmonie oder die Volksbühne.

Einer der Studienschwerpunkte des Studiengangs Popmusikdesign ist das „Producing“, also das Produzieren von Musik. Auch hier ziehen die Alumni der Popakademie im Verborgenen weite Kreise. Sie stehen unter anderem hinter den Erfolgen von Casper oder Tocotronic (Marcus Ganter), hinterließen bei Rap-Superstar Drake und Alicia Keys persönliche Handschriften (Christian Kalla) und sorgten bei Schlagerstar Vanessa Mai und den „Lochis“ für den richtigen Ton (Jonas Mengler).

Bei den Instrumentalisten der Akademie sieht es ähnlich aus. Sie stellen ihr Talent und die erworbenen Fertigkeiten mittlerweile in den Dienst der ganz großen Namen. Sönke Reich etwa trommelt für BAP und Lars Brand für Max Giesinger. Mit ihren Absolventen bedient die Popakademie alle Bereiche der Musikindustrie und darüber hinaus.

Der Masterstudiengang „Music and Creative Industries“ umfasst die gesamte Kreativwirtschaft. So geht das Sockenlabel „von Jungfeld“ auf das Konto von Popakademie-Absolventen. Auch die Erfolgsbilanz im Wirtschaftsbereich der Hochschule präsentiert sich breit gefächert. Mit einem Unterschied: Die Namen der Schöpfer treten hier hinter das Produkt. Label wie Chimperator, Jive Germany oder Four Music seien an dieser Stelle genannt. Künstler wie Cro, Felix Jaehn, Mark Forster oder Marteria werden so direkt oder indirekt durch die praxisnahe Ausbildung an der Mannheimer Akademie gefördert.

Langfristig von der Musik leben

Die zwei Business-Absolventen Timo Kumpf und Jules Kalmbacher haben den Faktor „Musikstadt Mannheim“ nachhaltig gefördert, indem sie ihr Kreativpotenzial unmittelbar der Region zur Verfügung stellen. Kumpf veranstaltet das Maifeld Derby und das Zeltfestival Rhein-Neckar. Der Bassist von „Get Well Soon“ ist zudem Chef von Delta Konzerte. Jules Kalmbacher betreibt sein eigenes Studio in der Quadratestadt und arbeitet unter anderem mit Musikern wie Imagine Dragons, Boss Hoss oder Mark Forster zusammen.

Letztlich scheinen die Erfolgsgeschichten der Popakademie einen gemeinsamen Nenner zu haben: sich den Traum zu erfüllen, von der Musik leben zu können. „Wir achten schon bei der Auswahl auf großes Talent. Es geht uns darum, dass unsere Absolventen ihr Leben langfristig mit Musik bestreiten können“, bestätigen die Direktoren Dahmen und Wandjo.