Hochschule

Campus Mannheimer Universitätsbibliothek bietet insgesamt 2060 Schreibtische – und die sind gerade während der Prüfungsphase begehrt

Vor den Klausuren sind freie Lernplätze selten

Der Lernstress beginnt wieder. Anfang Juni fängt die Klausurenphase der Universität Mannheim für das laufende Semester an. „Es wird definitiv voller in der Bibliothek Richtung Prüfungszeit, das ist eine sehr eindeutige Kurve. Je näher es an den Prüfungen ist, desto weniger Plätze sind frei“, so die 18-jährige Rieke Avermann, die im zweiten Semester des Bachelor Kultur und Wirtschaft studiert.

Dieser Eindruck entspricht auch der Wirklichkeit, wie die Pressesprecherin der Universität, Linda Schädler, bestätigt. Die Universitätsbibliotheken hätten eine besonders hohe Auslastung jeweils in den etwa sechs Wochen vor den Klausuren, also von Mai bis Mitte Juni und im November und Dezember. Die Lernplätze in der Bibliothek sind beliebt. „Man kann relativ lange ohne Ablenkungen konzentriert lernen“, sagt Jacqueline Gut, die im zweiten Semester Betriebswirtschaftslehre studiert. Die 20-Jährige genießt die Ruhe der Bibliothek, zuhause verleiteten das Bett oder gesprächige Mitbewohner nämlich immer wieder dazu, das Lernen zu unterbrechen.

Täglich bis 23 Uhr geöffnet

Die Universitätsbibliothek besteht aus sechs Bibliotheksbereichen, in denen die Fachliteratur für die verschiedenen Fachbereiche der Universität zu finden ist. Diese bieten nach offiziellen Angaben der Universitätsbibliothek 2060 Arbeitsplätze und sind täglich bis 23 Uhr geöffnet. In einem Jahr gebe es 2,34 Millionen Bibliotheksbesuche, was pro Tag im Mittel 6580 Besuche ergibt.

Bei diesen Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass Avermann in Hinblick auf die Platzsituation anmerkt: „Prinzipiell ist es ein super Angebot, aber es fehlen definitiv noch Plätze, wenn es Richtung Prüfungszeit geht. Dafür ist in den Semesterferien und Anfang des Semesters viel Platz frei und da ist es auch sehr entspannt.“ Eine ähnliche Feststellung hat auch die 24-jährige Victoria Bruhns gemacht, sie beschreibt, dass es während der Klausurenphasen relativ voll ist, so dass man ab zehn Uhr morgens fast keinen Platz mehr bekommt. Allerdings erkennt die Studentin der Politikwissenschaft an: „Jedoch kommt die Universitätsbibliothek uns mit den Öffnungszeiten entgegen.“ Jessica Kaiser, die Leiterin der Abteilung Benutzungsdienste der Universitätsbibliothek, gibt zu bedenken, dass das Verhältnis von Arbeitsplätzen zu Studierenden in Mannheim im Vergleich zu anderen Universitäten schon gut ist. Dennoch ist Kaiser bewusst, dass in den Vorbereitungsphasen auf die Prüfungen die Bibliotheksbereiche sehr voll sind. „Da kann es am Ende auch sein, dass man da keinen Platz bekommt“, sagt sie. In den letzten Jahren seien die Arbeitsplätze schon ausgebaut worden. Auch werde weiterhin versucht, beispielsweise, wenn leere Bücherregale abgebaut werden, weitere Plätze zu schaffen.

Allerdings sei man allmählich an den Grenzen der Kapazität angelangt. Trotzdem sei es auch für die Universitätsbibliothek ein ganz wichtiger Punkt, dass den Studierenden genug Platz zum Lernen geboten werde. Natürlich gibt es auch Studierende, die lieber zuhause als in der Bibliothek lernen, allerdings stehen dort laut der Webseite der Universitätsbibliothek insgesamt 2,3 Millionen Medien zur Verfügung. Das ist für die BWL-Studentin Gut ein klarer Vorteil gegenüber zuhause. Denn die Fachliteratur, die sich dort befindet, helfe, komplexere Themen noch einmal aufzuarbeiten.