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Hochschulsport Studierende und Alumni der Dualen Hochschule Mannheim erreichen bei der Roboter-Fußball-WM „Robo-Cup“ im kanadischen Montreal den dritten Platz

Was Jogi nicht schafft, müssen die Roboter richten

Ein hoher Abstoß fliegt über das Spielfeld, ein Mitspieler nimmt diesen an, umspielt die gegnerische Abwehr, dann den Torwart und Tor! Fast wäre unbemerkt geblieben, dass es sich bei den „Spielern“ um zwölf autonome Roboter handelt.

Denn jetzt fanden, ganz im Schatten der Fußballweltmeisterschaft, in der kanadischen Stadt Montreal die Robo-Cup-Weltmeisterschaften statt. In der sogenannten „Small Size League“ sind Studierende und Alumni der DHBW Mannheim gegen 17 Teams aus der ganzen Welt angetreten – und haben auf dem Siegertreppchen den dritten Platz erklommen.

„Das hat uns positiv überrascht, auch, dass wir in der Weltrangliste auf Platz drei vorgerückt sind“, sagt Sabolc Jut, Informationstechnik-Student im vierten Semester. In der Small-Size-League, in der die Mannheimer angesiedelt sind, kämpfen immer acht gegen acht, rund zweieinhalb Kilo schwere, zylindrische Roboter mit vier Rädern auf einem zwölf mal neun Meter großen Feld um den Sieg. Dabei werden sie von Kameras überwacht, die ihre Informationen per Netzwerk an die Computer der Teams und von dort per Funk an die Roboter weiterleitet.

Abstoß, Einwurf, Foul

„Wie beim normalen Fußball auch gibt es Einwürfe, Abstöße und Fouls“, erzählt Jut, der dieses Jahr zum zweiten Mal beim Robo-Cup dabei war. „Neu war in diesem Jahr ein automatischer Schiedsrichter, der gelbe Karten für zu hohe Ballgeschwindigkeiten oder Kollisionen verteilt hat“, sagt der 21-Jährige.

Es gibt sogar Strategien wie Mann- und Raumdeckung, die in die Software der Roboter programmiert werden können, sagt Andre Ryll: „Unsere Roboter agieren reaktiv, das heißt, sie schauen, wo der Gegner ist und stellen sich dementsprechend darauf ein.“ Der mittlerweile 30-Jährige hat 2009 als Student gemeinsam mit einem Kurs die „Tigers Mannheim“ ins Leben gerufen. 2011 sind die Tigers erstmals gestartet. „Wir haben zwei Jahre benötigt, um die gesamte Hard- und Software zu entwickeln“, sagt Ryll. Seitdem war er jedes Jahr dabei.

Finanziell unterstützt wird das Team zu Teilen von der DHBW, ist aber immer auch auf der Suche nach Sponsoren. Die Qualifikation für den Wettbewerb gestaltet sich kompliziert: „Man muss in einem Video die Fähigkeiten des eigenen Teams darstellen und eine wissenschaftliche Abhandlung, unter anderem über die Neuerungen der Roboter einreichen“, sagt er. Die Komitees, die über die Qualifikation der Mannschaften entscheiden und den Robo-Cup vor Ort organisieren, werden jedes Jahr auf der Weltmeisterschaft neu gewählt.

„Jeder RoboCup folgt dem gleichen Schema: Ein bis zwei Tage vor dem Start kommt man an, hilft beim Aufbau und hat Testspiele gegen andere Mannschaften.“ Das Turnier selbst, das in der Small-Size-League in eine Gruppe für erfahrene Teams und eine Gruppe für unerfahrene unterteilt ist, dauert dann vier Tage.

Das Miteinander in der Liga sei „sehr angenehm“, sagt der Projektleiter: „Bei jedem Robo-Cup hat man Wiedersehensmomente mit anderen Teams, man kennt sich einfach.“ Das nächste Wiedersehen findet dann beim Robo-Cup 2019 statt – diesmal in Australien.