Hochschule

Internationales Johannes Geith war für sein Auslandssemester in den USA / Nun ist er zurück und berichtet von Wochenendtrips mit dem Auto nach Chicago

„Wie eine High School, nur viel größer“

Archivartikel

Von einem Auslandsaufenthalt in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten träumen viele – so auch Johannes Geith, mit dem Unterschied, dass der Traum des Studenten wahr wurde.

Johannes, du hast dein Auslandssemester in den Vereinigten Staaten verbracht. Warum genau dort?

Johannes: Es war schon immer mein Traum, in Amerika zu studieren. Die universitäre Ausbildung dort hat einfach weltweit einen besonderen Ruf, und auch wissenschaftlich richtet sich viel nach Amerika aus - das sind zumindest meine Erfahrungen. Deshalb hatte ich ehrlich gesagt auch kein Heimweh, weil ich meinen Traum leben konnte.

Du sagst, du konntest deinen Traum leben. Warum war das so und was hat dir besonders gut gefallen?

Johannes: Zum einen fand ich die Kurse sehr gut, weil sie weniger wissenschaftlich waren und viel historischer. Auch das Uni-Leben dort ist ganz anders als in Mannheim, weil die Universität 36 000 Studierende hat und es sich angefühlt hat wie eine High School, die man aus Filmen kennt, nur eben viel größer. Außerdem habe ich durch mein Auslandssemester viele neue Freunde aus Frankreich, Dänemark oder der Schweiz kennengelernt, die auch als Austauschstudenten in Ames waren. Die Erzählungen aus aller Welt, die jeder aus seinem Land beigesteuert hat, sind unglaublich bereichernd.

Wie sah dein Alltag an der Universität in Ames aus?

Johannes: Ich hatte jeden Tag Kurse und musste dafür viel Literatur lesen. In den Kursen selbst wurde viel Wert auf die Mitarbeit gelegt und es war alles sehr durchgeplant. Das lag daran, dass wir auch während des Semesters Klausuren geschrieben haben.

So sehr dir die Uni auch Spaß gemacht hat, hattest du dann überhaupt Freizeit?

Johannes: Auf jeden Fall. Natürlich war man von der Uni eingespannt, aber zusammen mit den anderen Auslandsstudierenden haben wir zum Beispiel einmal einen Roadtrip gemacht. Wir haben uns einfach einen Minivan gemietet und sind zu sechst über das Wochenende nach Chicago gefahren. Eine Sache ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben: Als wir zum Frühstücken in einem Restaurant angehalten und darüber geredet haben, dass es jetzt nicht mehr weit nach Chicago ist, hat uns die Bedienung gesagt, dass es immer noch drei Stunden sind. Da habe ich gelernt, dass man die Weiten des Landes nie unterschätzen sollte.

Zum Abschluss noch ein Fazit. Was hast du für dich von dieser Erfahrung mitgenommen?

Johannes: Ich habe Freundschaften mit Leuten aus der ganzen Welt geschlossen und Erfahrungen gesammelt, wie das Studium wo anders abläuft. Das hat auf jeden Fall meinen Weitblick auf die Welt verstärkt. Und wenn ich ehrlich bin, vermisse ich die Zeit jetzt schon ein bisschen.

Dieses Interview wurde persönlich mit Johannes Geith geführt und ihm vor Abdruck vorgelegt.