Hochschule

Campus Bei Kampagne der Hochschulgruppen „Queer im Schloss“ und „Amnesty International“ werden Teilnehmer mit Botschaften für mehr Akzeptanz fotografiert

Zeichen setzen gegen Homophobie an der Uni

Mannheim.Eigentlich ist die Universität Mannheim ein Ort, an dem Menschen mit unterschiedlichen Identitäten und Lebensentwürfen akzeptiert werden. Auch wenn Studierende der Universität Mannheim weitestgehend keine Diskriminierung erfahren, „muss das Bewusstsein für LGBT noch gestärkt werden“, meint BWL-Student Jannik Völlink.

Wortwörtlich steht das Konzept LGBT für „Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender“ und steht für die Akzeptanz vielfältiger sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten. Zusammen mit seiner Kommilitonin Anastasia Erohina ist Jannik das Gesicht der Initiative „Queer im Schloss“, die einen Treffpunkt für Studierende unterschiedlicher sexueller Orientierungen darstellt. „Wir wollen, dass sich die Studierenden untereinander kennenlernen und mit Akteuren der Politik, Kunst und Wirtschaft vernetzen“, erklärt Anastasia, die ebenfalls BWL studiert. Dafür organisiere die Initiative regelmäßige Veranstaltungen und stehe auch im Kontakt mit dem LGBT-Beauftragten der Stadt Mannheim.

Auf Vorschlag der Themengruppe „Diversity & Gender“ der Hochschulgruppe Amnesty International haben sich die zwei Organisationen zusammengeschlossen, um mittels einer Fotokampagne für mehr Sichtbarkeit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender und queeren (LGBT+)-Studierenden auf dem Campus der Universität Mannheim zu sorgen.

Auch eigene Aussagen möglich

Für die Kampagne mit dem Titel „#UnserSchlossIstBunt“ erhielt jeder Teilnehmende eine Tafel mit einer kurzen Botschaft für mehr Toleranz. Wer wollte, konnte natürlich auch seine eigene Botschaft auf die Tafel schreiben. Anschließend wurden hiervon Fotos aufgenommen, die am internationalen Tag gegen Homophobie, morgen, 17. Mai, auf dem Campus veröffentlicht werden. Die Botschaft der Kampagne sei „Ihr könnt so sein, wie ihr wollt“.

Die Studierenden der Organisationen haben sich bewusst für eine kreative und offene Fotokampagne entschieden, da es ihnen wichtig sei, alle mit einzubeziehen. Sie wollen aufgeschlossen, modern und professionell mit dem Thema LGBT umgehen. Deshalb sei es ihnen besonders wichtig hervorzuheben, dass „ganz normale Leute, wie du und ich, hinter der Botschaft stehen“, erklärt die 23-jährige Anastasia. „Viele Studierende wissen gar nicht, wofür LGBT eigentlich steht. Fragt man dann aber, ob sie Teil der Fotokampagne sein wollen, sind alle immer sofort dabei.“ Das bekräftige die Organisatoren der Fotokampagne in ihrem Vorhaben.

Besonders am Herzen liege die Fotokampagne auch den Amnesty-Mitgliedern, die mit der Kampagne deutlich machen wollen, dass LGBT-Rechte Menschenrechte sind. „Trotz Fortschritten in der Bundespolitik muss das weiterhin sichtbar nach außen vertreten werden“, sagt Amnesty-Mitglied Mareike Fischer. Die Fotokampagne war ein voller Erfolg. Die Studierenden der Initiative „Queer im Schloss“ haben schon ihr nächstes Projekt geplant.

Jannik und Anastasia arbeiten daran, dass die Universität Mannheim die „Charta der Vielfalt“ unterschreibt. Hierbei handelt es sich um eine Unternehmensinitiative, die sich für die Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen einsetzt.