ILMA - I love Mannheim

The Huggee Swing Band

Wie habt ihr euch gefunden und woher kommt eure Liebe zum Swing?

Wir kennen uns teilweise schon länger über diverse andere Bands aus der Vergangenheit und Schulzeit. Gefunden haben wir uns allerdings über unser gemeinsames Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Dort studierten wir alle Jazz und Popularmusik, musizierten viel gemeinsam innerhalb des Studiums und verbrachten auch außerhalb der Musikhochschule viel Zeit miteinander. The Huggee Swing Band gründeten wir dann gemeinsam in der damals neu eröffneten „Hagestolz“-Bar in Mannheim. Einer der Inhaber, der gleichzeitig ein guter Freund von uns ist, wünschte sich für den ersten „Nachtwandel im Jungbusch“ eine Swing-Band in seiner neuen Bar. Diesen Wunsch konnten wir ihm erfüllen und spielten an jenem Abend unser erstes Konzert.

Woher kommt euer Name? Umarmt ihr den Swing, der Swing euch oder ihr die Fans mit der Musik? Oder hat der Name eine völlig andere Bedeutung?

Der Name hat tatsächlich einen völlig anderen Ursprung und leitet sich nicht von dem englischen Wort „to hug“, sondern vom Namen der Bar „Hagestolz“ ab. An jenem ersten Nachtwandel brauchten wir noch kurzfristig einen Namen: „Hagestolz“ ... „Hage“... „Hagge“... und natürlich mussten wir passend zum Background unserer Musik auch einen englischen Namen haben. So entstand das Wort „HUGGEE“ [hagiː]. Der Name hat also, wie so oft bei der Namensfindung von Bands, eine ganz banale Geschichte, sieht zudem geschrieben ganz gut aus und stiftet Verwirrung in der Aussprache. Also Perfekt!

Habt ihr ein Vorbild?

Musikalisch gesehen bringt jedes der sieben Bandmitglieder seine eigenen Vorlieben und Vorbilder mit ein. Die Improvisation steht im Jazz wie bei keiner anderen Musik stark im Vordergrund. Da versucht jeder Solist natürlich seinen eigenen Stil zu finden, wobei Vorbilder am eigenen Instrument eine große Rolle spielen. Der eine schaut gerne zu den Musikern auf, die direkt an den Wurzeln des Jazz zu finden sind, und der andere setzt sich mit Musikern von heute auseinander. Diese unterschiedlichen Vorlieben hört man in unserem Spiel.

Ihr habt Musik studiert. Doch auch Profis fangen klein an. Wie kamt ihr zur Musik und zu euren Instrumenten?

Wir alle haben schon in unseren jungen Jahren angefangen, Musik zu machen und mit viel Fleiß ständig daran gearbeitet, daraus unseren Beruf machen zu können. Jedoch hat jeder von uns das Interesse und die Leidenschaft zur Musik von seinen Eltern mitbekommen. Der eine mehr, der andere weniger.

Welche Instrumente spielt ihr außerdem?

Die Saxophonisten im Jazz-Bereich sollten heute zusätzlich Querflöte und Klarinette spielen können. So auch bei uns. Zudem kann jeder noch ein wenig Klavier spielen, da dies sozusagen zur musikalischen Allgemeinbildung gehört und auch zum Komponieren bzw. Arrangieren essentiell ist.

Swing ist gut tanzbar. Seid ihr auch gute Tänzer?

Da ist noch viel Luft nach oben und wenig nach unten! (lacht)

Wenn ihr in die Zeit eurer Musik reisen dürftet, wohin würdet ihr reisen?

Auf jeden Fall in die USA, dem Ursprungsland des Jazz und Swing. New York zum Beispiel. Oder ein paar Drinks im French Quarter in New Orleans genießen. Ich glaube, da gab es sehr viele Orte, an denen man eine Menge Spaß haben konnte! Vor allem war das Besondere der damaligen Zeit die Energie, Ausgelassenheit und Lebensfreude in Verbindung mit diesem ganz besonderen Stil, welcher nicht nur in der Musik wiederzufinden war, sondern beispielsweise auch in der Mode.

Was war bisher das Beste in eurer Huggee-Zeit? Wovon träumt ihr?

Die beste Zeit für uns ist die, wenn wir auf Tour sind. Generell hat man mit den Huggees jedoch eine gute Zeit und jeder Gig bringt lustige und erzählenswerte Situationen und Geschichten mit sich. Wir alle träumen davon, unseren Spaß, den wir an der Musik haben, auf mehr Menschen zu übertragen und anderen einen Zugang zu handgemachter Musik zu bieten.

Wenn euch jemand fragt: „Warum Mannheim?" Was sagt ihr?

Mannheim bietet insgesamt ein breites Spektrum an verschiedenen Arten von Musik. Natürlich auch durch seinen multikulturellen Einfluss. Man kann sich überall mit verschiedenen Musikern austauschen. Außerdem ist der Standort Mannheim durch seine Lage in Deutschland wahrscheinlich unschlagbar: von Berlin bis nach Bern ist alles in wenigen Stunden zu erreichen und man hat noch einige größere Städte in der Umgebung.

Was macht ihr, wenn ihr nicht auf der Bühne steht?

Üben und auf das nächste Konzert oder die nächsten Aufnahmen hinarbeiten. Alle von uns sind Berufsmusiker und stehen somit auch noch mit anderen Formationen in ganz Deutschland auf der Bühne. Ein paar studieren zudem noch ihren Master an der Musikhochschule oder Popakademie Mannheim. Wenn nicht geübt oder gelernt wird, treffen wir uns abends am Alten Meßplatz zum Boule spielen, spielen zusammen eine Runde Frisbee im Luisenpark oder wir treffen uns auf einen Drink im Jungbusch.

Steht bei euch eigentlich ein Grammophon, das Swing spielt? Welche Musik hört ihr sonst gern?

Fast jeder von uns hat einen Plattenspieler zu Hause und hört alte Platten. Viel Jazz und Swing auf jeden Fall! Aber natürlich auch Funk, Soul, Hip Hop, Rock oder elektronische Musik. Ich denke, da lassen wir kein Genre aus, außer Schlager und Hardcore.

Ihr trefft einen kleinen Jungen, der gerade seine erste Klarinettenstunde hatte. Würdet ihr ihm zu Swing raten?

Der Jazz bietet eine sehr gute Grundlage in Sachen Harmonie, Rhythmik und Kreativität. Es ist sehr empfehlenswert für junge Musiker, sich mit der Basis des Jazz auseinander zu setzen, um auch losgelöst von Noten Musik machen zu können.