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So war es beim Augenschmaus Design-Markt

Archivartikel

Wie im Taubenschlag geht es an diesem Samstagnachmittag beim Augenschmaus Desgin- und Handmademarkt zu: Besucher wuseln durch die Räumlichkeiten, bummeln an den Ständen der 35 Aussteller und nehmen hübsche Kostbarkeiten und Köstlichkeiten unter die Lupe. Andere haben es sich im Hof bequem gemacht und genießen das schöne Wetter.

Der Markt in den Räumen der Kommunikation-Mannheim Teamentwicklung-Coaching-Beratung zieht Leute an, die eine individuelle Geschenkidee suchen, oder sich selbst etwas Gutes tun wollen. Hinter dem besonderen Markt steckt Organisatorin Zeljka Lucic. Die Inhaberin von „L’art pur l’art“ in der Langen Rötterstraße verkauft in ihrem Laden selbst designte Stücke und Werke von anderen Künstlern auf Kommission. „Meine Domäne ist Papier“, sagt Lucic. Neben ihrer Papierkunst fertigt sie auch Exponate aus Holz sowie anderen Materialien an. Mit Simone Keller, einer Freundin, hat sie den Markt im November 2011 ins Leben gerufen. Die beiden Frauen haben sich gesagt, es wäre schön, wenn es in Mannheim einen Markt gebe, auf dem sich junge Designer, nicht nur aus der Region, präsentieren können. „Es ist alles handgemacht, alles sehr individuell.“ Augenschmaus sei daher L’art pour L’art im Kleinen, erzählt Lucic.

Erst süß, dann salzig, zum Schluss scharf

An den Ständen gibt es vieles zu bewundern. Irma Grop  hat einen Platz im Hof: Die Sandhausenerin recycelt gebrauchte Gegenstände, um ihnen neues Leben einzuhauchen. „Ich restauriere und verkaufe sie“, sagt sie. Ob alte Tischbeine oder Glas, bei ihr entstehen coole Accessoires, die sich im Wohnzimmer gut machen.

Bei Boris Lehmann wird es kulinarisch: Der junge Mann arbeitet im Auftrag von Sonja Baum, Inhaberin von Tellergold. Salz und Pfeffer stammen aus Kambodscha. „Das gilt als Champagner-Region für Pfeffer“, weiß Lehmann. „Sie haben eine hohe Qualität und wenig Schadstoffe.“ Baum selbst hat bei einer sechsmonatigen Reise durch das Land die besten Lieferanten ausgewählt.  Wie gut die verarbeiteten Produkte schmecken, zeigt Lehmann gern. Besucher kosten Schokokekse mit Karamell-Vanille-Salz und rotem Kampot-Pfeffer. Zuerst schmeckt das Gebäck süß, dann salzig und schließlich entwickelt es eine scharfe Note. Ein Fest für die Sinne!

Kleine Auflagen statt Massenproduktion

Judith Rehse, Inhaberin von Lavarie, bietet Schätze aus ihrer Seifensiederei feil. „Meine Rohstoffe sind aus kontrolliertem biologischen Anbau“, sagt sie. „Die Seifen sind sehr pflegend.“ Das liege nicht zuletzt  an der enthaltenen Sheabutter. Diese stamme aus fairem Handel. Fans ihrer Produkte hat sie an diesem Nachmittag bereits in Form von Familie Deibler gefunden. Der zehnjährige Teo schwärmt von der Seife. „Sie riecht richtig gut“, sagt er. „Und wir haben auch etwas geschenkt bekommen.“ Der Junge ist zum ersten Mal auf dem Augenschmaus-Markt und fühlt sich wohl. Seine Schwester Leonora war schon öfter dort, auch ihr gefällt es gut. Ihr Papa, Peter Deibler, freut sich über Kernseife und genießt die Atmosphäre. Er schätzt es, dass die Veranstaltung nicht so kommerziell ist. „Und dass man sich alles anschauen kann.“

Strick- und Häkelaccessoires präsentiert Simone Lange. Die Inhaberin von „Die Maschen-Manufaktur“ ist zum ersten Mal mit einem Stand vertreten. „Ich finde die Leute ganz toll“, schwärmt sie. „Ich habe heute viele interessante Gespräche geführt.“ Auch die Atmosphäre mag sie. Hochprozentiges gibt es von Bembelgin aus der Nähe von Frankfurt – etwa in Form eines Ginbaukastens und Gin, den man pur genießen kann.

Donna Quijote wartet im Nebenraum auf Kunden. „Ich mache Upcycling“, sagt sie. Ob Lampenschirmen, Etageren oder Windlichter, sie verwendet für Ihre Wohnaccessoires lediglich gebrauchtes. Der Mann von Welt geht schick durchs Leben. Kein Problem für Kunden von Moskito, dem Label von  Svenja Boller, die Jeansparkas designt. „Wir machen nur 50 Stück“, erzählt Kim Schüssler, der Freund der Designerin am Stand.

Stylische Kleinkinderkleidung

Einen Steinwurf entfernt bleibt es modisch. Der Stoffladen Delta Fabrics, vertreten von Mitarbeiterinnen Lydia Kraus und Stephanie Wider, zeigt, welche Kleidungsstücke aus dem Rohmaterial entstehen können. Gleichzeitig erzählen sie unter anderem von ihren  Nähkursen, die sie anbieten. Wider präsentiert am Gemeinschaftsstand ihre eigene Ware: Bei Waldwichtel gibt es Kinderkleidung und -accessoires. Das Karlsruher Label Cleduca von Carola Küpferle sorgt ebenfalls dafür, dass die Kleinsten topmodisch gekleidet sind. Stilvoll speisen ist ebenfalls angesagt: Das passende Geschirr finden die Besucher bei der „Tonwerkstatt“ von Sabine Brüggemann.

Die Besucher sind begeistert vom Angebot. „Ich bin das erste Mal hier“, erzählt Barbara Mühlbauer und schaut sich am Stand von Stephanie Ebs um, die unter anderem hübsche Kulturbeutel, Turnbeutel und andere Taschen anbietet. „Handwerkskunst ist für mich immer interessant.“ David Krill und Lena Masannek schlendern gemütlich durch die Räumlichkeiten. Ein Wichtelchen aus Filz haben sie bereits gekauft. „Ich habe noch ein Kleid entdeckt, dass ich meinem Freund zeigen will“, sagt die junge Frau. Esther und ihre Tochter Minoo kommen jedes Jahr her. Das achtjährige Mädchen hat mit einem Kettenanhänger in Form eines Fuchse geliebäugelt. Einen Wunsch, den ihr die Mama gern erfüllt. Auch Alexandra Lehmler kommt gern zum Augenschmaus, wenn sie Zeit hat.

Naschkatzen sind Josina Hossalla-Weigl richtig. Die Inhaberin von Cupini Cupcakes verwöhnt die Besucher seit dem ersten Augenschmaus-Markt mit ihren leckeren Mini-Kuchen.  Ihr gefällt das indiduelle Flair des Markts. „Es ist gemütlich und relaxt“, sagt sie. „Und eine Auszeit vom Alltag.“

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