Ilvesheim

Ilvesheim Lehrreiche Exkursion von Vogelfreunden und NABU Edingen

23 Vogelarten gezählt

Archivartikel

Es gibt tatsächlich noch Vögel in unserer Region. Zu dieser Erkenntnis kamen die Teilnehmer einer Führung. Zusammen mit dem NABU Edingen lud der Verein der Vogelfreunde und Vogelschutz Ilvesheim zu einer Exkursion ein. Treffpunkt war der Parkplatz beim Hallenbad in Ilvesheim. Dort hatte sich eine stattliche Anzahl von Vogelliebhabern eingefunden. Die Wanderung ging entlang der Kleingärten durch die Felder bis zum Vereinsgelände Vogelweide.

Diese Tour wurde zum ersten Mal angeboten. Referent Jürgen Schnepf vom Verein für Vogelfreunde war beeindruckt über die Resonanz der Teilnehmer trotz nicht optimalen Wetterbedingungen. 28 Erwachsene und zwei Kinder zeigten Interesse. Der Naturbund Edingen war, wie von Vorstand Stefan Brendel zu erfahren war, mit zehn Personen vertreten und „das erste Mal hier.“ Zuerst durfte jeder an einem kleinen Spiel teilnehmen. Es galt zu erraten, wie viele verschiedene Vögel beim Rundgang gehört oder gesehen werden. Bereits auf dem Parkplatz wurden Rabenkrähe, Amsel, Distelfink sowie Ringeltaube ausfindig gemacht. Vogelkundler Schnepf erklärte, dass die Ringeltaube, die größte Taube Mitteleuropas, leicht am weißen Halsstreifen zu erkennen sei.

Einige bereits versierte Teilnehmer hatten Ferngläser dabei, um die entdeckten kleinen Sänger genauer in Augenschein zu nehmen – sei es Elster, Grünfink, Mehlschwalbe, Rauchschwalbe, Dorn- und Klappergrasmücke, Mauersegler, den hier seltenen Gartenrotschwanz, den Sperling, die Nachtigall oder Kohlmeise sowie hier beheimatete Greifvögel wie Wanderfalke, Turmfalke und Bussard. Über jede Spezies wusste Sachverständiger Schnepf Wissenswertes zu berichten. Nachdenklich stimmte allerdings die Aussage von Schnepf, dass es so gut wie keine typischen Feldvögel (Fasan, Goldammer, Feldlerchen) mehr in Ilvesheim gebe. Fast zwei Stunden dauerte die Exkursion, die den Wanderern einen Einblick in das Vogelartenspektrum am heimischen Neckar bot. Für die kurzweilige und informative Führung bedankten sich die Edinger Naturschützer mit einer Brutröhre für Käuze.

„Der Verein ist verantwortlich für den Vogelschutz in Ilvesheim und hat einige vielversprechende Projekte am Laufen“, erzählte Helmut Stroh, erster Vorstand des Vereins. So auch das Pflanzen von „Patenbäumen“, die überall im Ort verteilt stehen. „Wer solch ein Pate sein möchte, zahlt dem Verein einen Obolus von 20 Euro und bietet damit weiteren Vögeln und Insekten eine Heimstätte,“ ließ Stroh beim abschließenden Imbiss mit Kaffee und Kuchen verlauten. Als Angebot für die Bürger erwähnte Stroh noch das Apfelsaftfest in der letzten Ferienwoche und die Weinwanderung rund um Ilvesheim im Oktober.

Mit der Übernahme der ehemaligen Hammelranch besitzt der Verein mit der Vogelweide eine gepflegte und auch arbeitsintensive Anlage mit integriertem Lehrpfad, einem Teich, Bienenstöcken etc. mit insgesamt 18 Lehrtafeln. „Genutzt wird die Anlage besonders gern für Entdeckungsreisen von Buben und Mädchen von den Kindergärten und Grundschulen der näheren Umgebung“, freut sich darüber Helmut Jung, der Fotograph des Vereines. Des Rätsels Lösung waren letztendlich 23 verschiedene Vogelarten, von Iris Schnepf auf dem Rundgang fleißig notiert. Der Gewinner erhielt einen Nistkasten von beträchtlicher Größe. mic