Ilvesheim

Ilvesheim Instrument der Martin-Luther-Kirche wird renoviert / Neue Elektrik und Setzerkombination

An Weihnachten ertönt Orgel wieder in ihrem vollen Klang

Besucher der evangelischen Martin-Luther-Kirche Ilvesheim kommen aktuell nicht in den vollen Genuss von Orgelklängen. Das gute Stück wird umfangreich renoviert und gibt daher keinen Ton von sich. Orgelbauer Joachim Popp, der seit September das Musikinstrument unter seinen Fittichen hat, ist sich aber sicher, die Arbeiten bis Weihnachten abgeschlossen zu haben. „Das kriegen wir hin“, zeigte sich der Orgelbau-Meister am Wochenbeginn vor Ort überzeugt.

Bis dahin zaubert Organist Dieter Kegelmann auf einem kleineren Leihinstrument die begleitenden Klänge für den Gottesdienst. „Der Unterschied ist natürlich hörbar“, bekennt Kegelmann. Doch an Weihnachten wird er auf der überholten Orgel wieder die volle Klangvielfalt herausholen können. Darauf können sich die Kirchenbesucher freuen. Daran ändern auch Restarbeiten nichts, die Anfang nächsten Jahres noch ausgeführt werden, bestätigte Orgelbauer Popp. Aktuell arbeitet er mit dem Auszubildenden Stefan Rieth und Geselle Manuel Bräunig an der Königin der Instrumente.

Keiner kennt das Musikinstrument besser als Dieter Kegelmann. Der sympathische, ehemalige Schulrektor bedient es von Beginn an. Die Orgel wurde 1972 gebaut, Kegelmann hat bereits 1960 den Organistendienst in der Martin-Luther-Gemeinde übernommen. Im Gespräch mit dem „MM“ verriet er, dass das Musikinstrument den neuesten Vorschriften angepasst werden müsse. Höheren Sicherheitsanforderungen würde zusätzlich Rechnung getragen, weiß Kegelmann.

Bauteile werden ersetzt

Fachmann Popp und sein Team überarbeiten die Elektroinstallation und verbessern den Brandschutz. 25 Register zählt die Orgel – ebensoviele neue Motoren, die diese einschalten, werden eingebaut. Dann entspricht das Instrument wieder den aktuellen Erfordernissen. Verbessert wird auch der Arbeitsschutz. Stege im Orgelgehäuse, von denen aus die Pfeifen zugänglich sind, werden überarbeitet. Solch eine hochkomplexe Maschine bedarf aber auch der Wartung, respektive der technischen Überarbeitung, was aktuell mit ausgeführt wird. Es handelt sich um Instandhaltungsmaßnahmen, bei denen auch Bauteile ersetzt werden. Es wird aber auch gereinigt und gestimmt.

Im Zuge der Arbeiten wird auch eine neue Setzerkombination integriert. Mit dieser Spielhilfe kann der Organist vorher festgelegte Registraturen (Klangkombinationen) während des Orgelspiels per Knopfdruck aufrufen. Bisher verfügt die Ilvesheimer Orgel über eine mechanische Setzeranlage mit fünf Registraturen. Dem Organisten eröffnen sich mit dieser Technik künftig ungleich mehr musikalische Möglichkeiten. „Ohne solch eine Setzerkombination wäre für komplexere Registraturen eine weitere Person erforderlich“, erklärte Orgelbau-Meister Popp diese Tätigkeit. Damit kann Dieter Kegelmann künftig ohne Hilfe auch ein Konzert spielen – die große musikalische Variationsbreite ist gegeben.

Die evangelische Landeskirche spielt übrigens bei der Renovierung mit und subventioniert die Gesamtkosten von knapp 80 000 Euro in einem erheblichem Maße. Dennoch wird das Budget der evangelischen Kirchengemeinde Ilvesheim mit rund 35 000 Euro erheblich belastet, wie der Kirchengemeinderat errechnet hat. Aus diesem Grund erhoffen sich die Verantwortlichen Spenden. Auf das folgende Konto bei der VR Bank Rhein-Neckar können Gelder überwiesen werden: IBAN: DE 59 6709 0000 0035 1624 02.

Orgelbauer Joachim Popp dürfte Ilvesheimern übrigens kein Unbekannter sein. Der Fachmann aus Walldürn-Altheim hat vor 20 Jahren die neue Orgel in der katholischen Kirchengemeinde St. Peter gebaut – eine von rund 200, die er entweder restauriert oder aufgestellt hat.