Ilvesheim

Ilvesheim Neujahrsempfang der Gemeinde mit närrischem Teil in der Mehrzweckhalle / Wird „Leitbild 2020“ dieses Jahr fortgeschrieben?

Andreas Metz sieht wichtigere Themen als das Kombibad

Archivartikel

Mit dem Neujahrsempfang der Gemeinde beginnt in Ilvesheim die närrische Saison erst so richtig: Am Dreikönigstag hat diesmal „Yvonne I. vom fliegenden Kranich“, die amtierende Prinzessin des Karnevalvereins Insulana (KVI), mit einem übergroßen Rathausschlüssel die närrische Macht auf der Insel übernommen. „Jetzt soll das Lachen regieren“, hieß es in der Mehrzweckhalle. Dennoch kamen ernste Themen wie Kombibad, mehr Wohnraum und Klimaschutz vor Ort keineswegs zu kurz.

Um alle anstehenden Aufgaben zu bewältigen, beschwor Bürgermeister Andreas Metz in seiner Ansprache einen „Geist der Zuversicht“ im Ort. Denn „zwei große Herausforderungen für die Gesellschaft im Großen und auch für unsere Gemeinde im Kleinen“ sieht Metz in der kommenden Zeit: die notwendige Begrenzung der Erderwärmung und die Schaffung zusätzlichen, bezahlbaren Wohnraums. Jeder Einzelne könne und müsse seinen Teil dazu beitragen. „Besonders wichtig“ sei es, so Metz, die Einwohnerschaft durch gezielte, kostenlose und vor allem neutrale Information bei der energetischen Sanierung ihrer Häuser und Wohnungen zu beraten, wie es die Kliba-Agentur seit vielen Jahren im Rathaus anbiete. Metz nannte weitere Beispiele für bereits praktizierten Klimaschutz in seiner Gemeinde.

„Solidarität üben“

Der Erhalt von Freiflächen bedeutet Metz ebenso viel: Auf der 589 Hektar großen Gemarkung Ilvesheims bestünden bereits mehr als ein Drittel, nämlich 208 Hektar, aus Siedlungs- und Verkehrsflächen. Um Landschaftsverbrauch einzudämmen, müsse es „Aufgabe von Verwaltung und Gemeinderat sein, zusätzlichen Wohnraum vor allem durch Nachverdichtung im bereits bestehenden Siedlungskörper zu ermöglichen“, argumentierte Metz. Seiner Meinung nach sollten die im neuen Flächennutzungsplan für zusätzlichen Wohnbau vorgesehenen Areale als „Gestaltungsmöglichkeiten für kommende Generationen bewahrt“ bleiben.

„Es ist deshalb wichtig, die Akzeptanz von Geschosswohnungsbau, also höheren Häusern, kleineren und preiswerten Wohneinheiten, aber auch von altengerechtem oder betreutem Wohnen zu fördern“, stellte Metz fest und fügte hinzu: „Das Boot ist auch hier in Ilvesheim nicht voll, und wir als Gemeinschaft sollten, auch in der sozialen Frage des Wohnens, Solidarität üben.“ Zur Vorbereitung schlug Metz vor, das vor zehn Jahren entwickelte „Leitbild 2020“ als Kompass für Verwaltungshandeln und Ratsentscheidungen neu auszurichten sowie die Bürgerschaft an diesem Prozess möglichst intensiv zu beteiligen.

Damit wollte Metz „wichtigere Zukunftsthemen als das Kombibad“ formuliert haben. Denn diese eine Frage beschäftige die Gemeinde „schon viel zu lange fast ausschließlich“. Dabei erwarte man im Rathaus demnächst die Baugenehmigung. Metz geht fest davon aus, dass die bisherige Vorgehensweise erneut von der Aufsichtsbehörde genehmigt werde, da der Jahresabschluss des Haushalts 2019 „sehr viel besser“ ausfalle, als geplant und der Ilvesheimer Finanzhimmel 2020 voraussichtlich weiter aufklare. Dass man nach wie vor gerne in Ilvesheim lebe, sei auch ein großes Verdienst aller ehrenamtlich tätigen Menschen, wie Metz hervorhob: Viele hundert seien in Vereinen, Parteien, Initiativen und Kirchen aktiv. Es mache ihn, Metz, „stolz, Bürgermeister einer Gemeinde zu sein, in der sich so viele für ihre Mitmenschen einsetzen“.

Das musikalische Programm bestritten das Instrumentalduo Daniel und Olga Schlecht sowie Alleinunterhalter Ralf Siegel. Im mitreißenden zweiten Teil machten KVI-Tanzmariechen Aleyna, Celina und Lynn, Juniorgarde, Prinzessin Yvonne und Kinderregentin „Liv-Marleen I. von Zwirn und Klang“ Lust auf Fasnacht. Einer der Höhepunkte 2020: Der Umzug durch die „Lachende Insel“ am Sonntag, 23. Februar. Mit Fußgruppe oder Wagen selbst mitwirken oder die Aktiven wenigstens durch den Kauf von Anstecknadeln unterstützen, lautet jetzt das Motto.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/ilvesheim

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