Ilvesheim

Banküberfall in Ilvesheim: 57-Jähriger in Mannheim festgenommen

Archivartikel

Ilvesheim.Das Amtsgericht Heidelberg hat Haftbefehl gegen einen 57-jährigen französischen Staatsangehörigen wegen des dringenden Verdachts der schweren räuberischen Erpressung gegen ein Geldinstitut erlassen. Der Mann wurde noch am Dienstagabend in Mannheim festgenommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Er soll am Dienstag gegen sieben Uhr morgens einem Angestellten einer Filiale der VR Bank Rhein-Neckar in der Schlossstraße in Ilvesheim zunächst aufgelauert und diesen unter Vorhalt einer scharfen Schusswaffe in die Bankfiliale gedrängt haben. Danach habe er noch weitere vier Angestellte der Bank bei deren Eintreffen in der Filiale bedroht und zur Herausgabe von Bargeld gezwungen. Zur Untermauerung seiner Forderungen soll er einen der Bankangestellten geschlagen und getreten haben – der Angestellte wurde dadurch leicht verletzt. Nachdem die Angestellten dem Beschuldigten mehrere tausend Euro ausgehändigt hatten, soll er die Personen im Tresorraum eingeschlossen haben.

Nach Eingang eines Alarms beim Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Mannheim kurz vor 8 Uhr wurde die Bankfiliale von Polizisten umstellt und der Bereich großräumig abgesperrt. Es seien groß angelegte Fahndungsmaßnahmen - auch über die Ländergrenzen hinaus - nach dem flüchtigen Täter eingeleitet worden. Mit den in dem Tresorraum eingeschlossenen Personen habe jederzeit Kontakt bestanden. Die Anwesenheit eines oder mehrerer Täter in der Filiale habe von der Polizei zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden können. Nachdem Spezialkräfte der Polizei angefordert und vor Ort eingetroffen waren, wurde die Bank von den Spezialkräften gegen 10.30 Uhr betreten.

Ein Täter konnte in der Bank nicht festgestellt werden, die eingeschlossenen Bankangestellten wurden aus dem Tresorraum befreit. Die Angestellten wurden ärztlich in Augenschein genommen und von speziell geschulten Betreuungsteams der Polizei und des Deutschen Roten Kreuzes begleitet. Der vom mutmaßlichen Täter leicht verletzte Bankangestellte wurde zudem medizinisch versorgt. Nachdem eine Gefährdung für Außenstehende ausgeschlossen werden konnte, wurden Spuren gesichert. Des Weiteren wurden im Tatortnahbereich Anwohner befragt. Aufgrund der Personenbeschreibung des Täters seien die Fahndungsmaßnahmen über Social Media Kanäle forciert und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten worden. Auch ein Polizeihubschrauber und ein Spürhund waren im Einsatz. Im Zuge der Ermittlungen stellten die Beamten in Tatortnähe eine Schusswaffe sicher. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte sie der Täter auf seiner Flucht weggeworfen.

Gestohlener Wagen führt zum Verdächtigen

Bei einer Überprüfung von Fahrzeugen, die im Tatortnahbereich abgestellt waren, wurde ein Kleinwagen mit französischer Zulassung festgestellt, welcher als gestohlen gemeldet und polizeilich ausgeschrieben war. Noch am Dienstag, gegen 22.40 Uhr, konnte der Pkw in Mannheim, Suebenheimer Allee / Ecke Schwabenstraße, von Spezialkräften der Polizei angehalten werden. Der 57-jährige Verdächtige fuhr das Fahrzeug und wurde vorläufig festgenommen.

In dem Fahrzeug stellte die Polizei eine größere Menge Bargeld sicher. Es soll sich hierbei um die Beute aus der Bank handeln. Der einschlägig vorbestrafte 57-Jährige wurde am Mittwochnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl. Im Anschluss wurde der Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt gebracht, die Ermittlungen dauern an.

Auf "MM"-Anfrage am Mittwochvormittag hatte die Polizei eine Festnahme nach dem Überfall nicht bestätigt. 

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