Ilvesheim

Ilvesheim Kultur im Dunkeln mit dem Violet Quartet

Berauschende Klänge erzählen Geschichten

Archivartikel

Wenn Enjoy Jazz und Kultur im Dunkeln aufeinandertreffen, dann ist das die perfekte Symbiose, eine geradezu explosive Mischung. Beide Reihen könnten unterschiedlicher nicht sein, sind aber trotzdem extrem erfolgreich. Sowohl der Leiter von Enjoy Jazz, Rainer Kern, als auch der Verantwortliche für Kultur im Dunkeln, Gunter Bratzel, betonten bei der gemeinsamen Veranstaltung in Ilvesheim die Partnerschaft auf Augenhöhe. Bevor jedoch das Violet Quartet mit seinen E-Geigen ein einzigartiges Klangerlebnis starten konnte, würdigte das Publikum mit einem großen Applaus die Leistungen der Schüler der Blindenschule, die wieder einmal souverän die Gäste zu ihren Plätzen geleitet hatten.

Während sich üblicherweise die Künstler auf einer Bühne im Schwarzen Salon positionieren, stellte sich das Violet Quartet an vier verschiedenen Plätzen auf. Sowohl für die Künstler als auch die Gäste war das Erlebnis in völliger Dunkelheit ungewohnt und aufregend zugleich, weil der an sich sehende Mensch automatisch nach einer Lichtquelle sucht, diese aber nicht findet.

Bettina Hagemann begrüßte stellvertretend für die Gruppe das Publikum und bat, auf Zwischenapplaus zu verzichten. Was das Violet Quartet bot, war ungewöhnlich, vielfältig und berauschend zugleich. Die Musiker entlockten ihren Instrumenten Klänge, die man nicht unbedingt Geigen zugeordnet hätte. Es fühlte sich an, als würden die Künstler mit ihren Geigen Geschichten erzählen, und jeder Besucher konnte sich auf seine eigene Traumreise begeben.

Mystische sphärische Klänge erfüllten den Schwarzen Salon. Mal war nur aus einer Ecke sachte Musik zu vernehmen, und im nächsten Augenblick verliehen Lautstärke und schwere Basstöne dem Konzert einen dramatischen Effekt. Wenn eine Geige leise und langsam verhallte, meldete sich aus einer anderen Ecke eine andere Geige „zu Wort“.

Perfekt aufeinander eingespielt

Die Künstler waren perfekt aufeinander eingespielt, auch wenn jeder Sichtkontakt fehlte. Die Zuhörer bekamen das Gefühl, sich in einer akustischen Ausstellung zu befinden. Obwohl das Violet Quartet ein unglaubliches Spektrum an Klängen präsentierte, waren die Tonfarben stets einfühlsam, fast beruhigend und nie hektisch oder aufbrausend. Der eigenen Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Das Publikum war begeistert und entließ das Violet Quartet natürlich nicht ohne Zugabe. „Es war ein unglaubliches Erlebnis, schön, dass es so etwas gibt“, kommentierte ein Besucher seine Eindrücke.