Ilvesheim

Machtübernahme Bei der Schlüsselübergabe verlangt Andreas Metz von Prinzessin Ann-Kathrin den Bau des Kombibads

Bürgermeister erhofft sich Schützenhilfe

Es war einmal eine Prinzessin. Die hieß Sabrina, ihres Zeichens die II. von Recht und Glanz. Sie versprach während ihrer Regierungszeit 2014/15 den Bau der Ladenburger Neckarbrücke. „Ich weiß auch nicht, wie sie es geschafft hat“, wunderte sich Bürgermeister Andreas Metz gestern darüber, dass das Projekt in diesem Jahr in Angriff genommen wird. Und weil dies kein Märchen ist, gab es beim Neujahrsempfang großen Grund zur Freude. Gleichzeitig hoffte das Ortsoberhaupt, dass die aktuelle Prinzessin Ann-Kathrin I. aus der Asche des Phönix über identische Fähigkeiten verfüge wie ihre Vorgängerin vor vier Jahren. So rückte er in der Mehrzweckhalle den Rathausschlüssel nur unter der Bedingung heraus, dass Ihre Lieblichkeit das Kombibad baue.

Mit einem Menuett von Johann Sebastian Bach waren die Besucher von Maxim (Klavier) und Daniel Schlecht (Saxofon) von der Musikschule Ilvesheim auf den Empfang eingestimmt worden. Es folgten weitere Musikstücke, bei denen Olga Schlecht am Klavier saß. Unterhaltungsmusik steuerte Ralf Siegel bei.

Wachsende Einwohnerzahlen

In seiner Neujahrsrede blickte Andreas Metz auf wachsende Einwohnerzahlen, die zeigen würden, dass sich Ilvesheim als „hochattraktive Wohngemeinde im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar“ in den letzten Jahren dynamisch weiterentwickelt habe. So stieg die Zahl der Einwohner von 7000 im Jahre 2000 auf 9309 im Jahre 2018. Das erforderte, so Metz, strukturelle Veränderungen und große Investitionen, beispielsweise in die Kinderbetreuung. Darüber hinaus habe die Kommune in den letzten Jahren ein breites Angebot für ältere Menschen etabliert. Er erwähnte das Regine-Kaufmann-Haus, das Hospiz sowie den Pflegestützpunkt, der professionelle Beratung und Hilfe anbiete.

Thema waren auch Flüchtlinge, die in Ilvesheim gut integriert würden, führte das Ortsoberhaupt aus. Der AK Integration leiste hierbei „unschätzbare Hilfen in vielfältiger Weise“, lobte Metz die Ehrenamtlichen.

Bei seinem Ausblick auf das neue Jahr rückte Metz die neue L 597 mit zusätzlicher Neckarquerung und das Kombibad in den Mittelpunkt. Nach Jahrzehnten des Hoffens, Planens und Kämpfens werde wahr, woran viele schon nicht mehr geglaubt hätten. „Die gesamte Region werde von dieser Straßenverbindung und der neuen Brücke profitieren“, war sich Metz sicher.

Einen entsprechenden Ausgang erhofft sich das Ortsoberhaupt für das Kombibad. Er fühle sich einem Gemeinderatsbeschluss sowie einem Bürgerentscheid verpflichtet, erklärte Metz sein Engagement für die Einrichtung. Für die noch nicht feststehende Finanzierung spielte er mehrere Varianten durch (wir berichteten darüber bereits). Sollte die Finanzierung nicht geklärt werden können, „dann muss eine neue, ergebnisoffene Diskussion über mögliche Alternativen einsetzen“, forderte das Ortsoberhaupt.

Eine Gruppe von Sternsingern, begleitet von Pfarrer Veit Rutkowski, segnete das Haus, ehe der Karnevalverein Insulana Ilvesheim (KVI) das Zepter in die Hand nahm. KVI-Vorsitzende Sabine Grözinger-Dambach und Sitzungspräsidentin Bianca Erbs führten durch den närrischen Teil der Veranstaltung. In deren Verlauf präsentierte sich das Kinderprinzenpaar Max I. von der Partyfactory und Leni I. von der Tanzenden Welle ihren Untertanen. Tanzmariechen Emily Butz und die Juniorengarde gefielen mit ihren Tänzen. „Feuerwehrkamerad, hoschd den Schlüssel parat?“, drängte Prinzessin Ann-Kathrin I. auf den Machtwechsel. Wie dies ausging, ist bekannt. Ob Ihre Hoheit den Bau des Kombibads erreichen kann, bleibt noch offen.