Ilvesheim

Ilvesheim Mit einem gelungenem Konzert blickt Peter Imhof auf 50 Jahre Chorleiter-Tätigkeit zurück / In der ganzen Region bekannt

Chöre gratulieren ihrem Dirigenten

Archivartikel

Die Frage lautete: „Wer macht hier wem ein Geschenk zum Jubiläum?“ Denn in der eigenwillig bestuhlten, aber voll besetzten Ilvesheimer Mehrzweckhalle feierten die Chöre des MGV Aurelia 1883 Ilvesheim, des Männergesangvereins Liedertafel Seckenheim 1861/07, des Gesangvereins Flora Käfertal sowie die Singgemeinschaft Consonanza ihren Dirigenten Peter Imhof mit einem von ihm selbst geleiteten farbenfrohen Konzert. Und die zahlreichen Gäste hatten ihre helle Freude daran.

Auch wenn Imhof als Dirigent, Mitsänger und Pianist die meiste „Arbeit“ mit dem Konzert hatte – wer seit fünf Jahrzehnten verschiedenste Chöre leitet, der hat ein solches Chorfest allemal verdient. Dem entsprechend ergriffen im Laufe des Abends die Vorsitzenden der einzelnen Vereine das Wort und bedankten sich bei dem studierten Schulmusiker für das langjährige gemeinsame Wirken.

So lobten Walter Veth (Seckenheim), Karlheinz Lohnert (Ilvesheim) und Gernot Herweh (Käfertal) sein pädagogisches Geschick, das, so Veth „Freude am Chorgesang auslöst und dennoch bei der Qualität keine Abstriche macht“.

Dank für lange Zusammenarbeit

Diese Qualität erlebten bei dieser Veranstaltung nicht nur die Mannheimer Stadträte Marianne Seitz und Ralph Waibel: Auch der Vorsitzende des Kurpfälzer Chorverbandes Mannheim, Jürgen Zink, der dabei auch für den Badischen und den Deutschen Chorverband sprach, unterstrich dies: „Ich danke für die jahrzehntelange Zusammenarbeit und unserem heutigen Ehren-Chorleiter auch für seine Verbandstätigkeit in der Fortbildung und als Kreischorleiter“, erklärte Zink und übergab die „Goldene Chorleiter-Ehrennadel“ mit Urkunde des Deutschen Chorverbandes.

Hänsi Sturz und Reinhold Badmann hatten zuvor heiter und locker berichtet, wie Ilvesheim und Seckenheim 1996 Imhof „an Land gezogen“ und das bis heute nicht bereut haben. Doris Heller-Kieser und Barbara Thinnes bedankten sich augenzwinkernd mit einem Paar weißer Handschuhe Marke „Max Reger“ und erwähnten die große Geduld des Dirigenten mit den Frauen.

Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz lobte den würdigen Rahmen für Imhofs Jubiläum und gratulierte mit einem Buch über die Inselgemeinde. Lohnert, Veth und Herweh übergaben einen goldenen Dirigentenstab. Als Besonderheit war aus Argentinien die frühere Mitsängerin Sandra Bonifatio eingeflogen worden, die mit dem Samba „Sonho Meu“ überzeugte. Für diese gelungene musikalische Überraschung gab es ebenso viel Beifall wie für das gesamte Jubiläumsprogramm, bei dem die einzelnen Chorgattungen jeweils gemeinsam auftraten.

Begeisterter Applaus

So eröffneten die gemischten Chöre passend mit Christoph Willibald Ritter von Glucks „Zur Feier“ das Konzert. Es folgte eine Reihe beliebter und eingängiger Werke, so beispielsweise durch die Männerstimmen der „Priesterchor“ aus Mozarts „Zauberflöte“ oder der anspruchsvolle, a cappella vorgetragene „Pilgerchor“ aus Wagners „Tannhäuser“. Es folgten die Frauenchöre mit dem sanft vorgetragenen „Abendsegen“ aus Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ oder dem mit Bollenhüten unterstrichenen Potpourri aus dem „Schwarzwaldmädel“. Nochmals präsentierten sich die gemischten Chöre mit Melodien aus sieben Operetten, darunter das „Weiße Rössl“, „Maske in Blau“ oder „Viktoria und ihr Husar“.

Nach der Pause zeigten Flora Voices (Käfertal) und ESPE (Seckenheim), dass Popchöre von getragen bis dynamisch flott alles drauf haben – und zwar bei einem Medley bekannter Musicals, von „Cats“ über „Westside Story“ und „Miss Saigon“ bis „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“.

Der Riesenchor aus allen Sängerinnen und Sängern löste mit dem Gefangenenchor aus Nabucco abschließend Ovationen aus. Imhof selbst krönte den Abend mit seinem Wunsch, alle Anwesenden mögen doch gemeinsam „Der Mond ist aufgegangen“ singen. So endete ein würdiger Jubiläumsabend für Peter Imhof, der, sehr zur Freude „seiner“ Chöre, „ganz normal“ die Probenabende in Käfertal, Seckenheim und Ilvesheim wie gewohnt fortsetzt.