Ilvesheim

Ilvesheim Täglich versickern 100 000 Liter Wasser im Erdreich / Schließung eine Saison früher als geplant

Das Freibad öffnet nicht mehr

Archivartikel

Das Ilvesheimer Freibad wird nicht mehr geöffnet. Diese traurige Nachricht kam gestern aus dem Rathaus Ilvesheim. Bürgermeister Andreas Metz teilte mit Bedauern mit, dass Schäden die Kommune zu diesem Schritt zwangen. Das Hauptbecken verliere 100 000 Liter Wasser pro Tag, wurde Metz konkret.

In einer Erklärung des Rathauses heißt es hierzu weiter: „Neben den zusätzlichen Kosten für die Förderung und Erwärmung bei Öffnung des Bades besteht das Hauptproblem darin, dass dieses Wasser ungehindert im Erdreich versickert. Da es sich im laufenden Badebetrieb aber um chemisch behandeltes, das heißt vor allem chloriertes Wasser handelt, besteht die Gefahr der Verunreinigung des Grundwassers in einem nicht unbeträchtlichen und nicht tolerierbaren Maße.“

„War nicht so geplant“

„Das war so nicht geplant. Wir wollten die Saison noch durchziehen“, äußerte Bürgermeister Metz mit Blick auf das Vorhaben vor Ort. Bekanntlich sollen das marode Freibad als auch das Hallenbad hier durch ein Kombibad ersetzt werden. Der Gemeinderat hat sich für den Neubau entschieden. Ein Bürgerentscheid bestätigte den Beschluss. Im November 2016 hat das Kommunalparlament dem Büro kplan den Auftrag für die Planung der Einrichtung übertragen. In diesem Jahr sollen die Planungen abgeschlossen werden.

Der Zeitplan sieht vor, dass nach der Freibadsaison in diesem Jahr die Abrissarbeiten vorgenommen werden sollen. Ein Stöpselfest war bereits angedacht. Nach den Bauarbeiten im Jahre 2019 soll im Jahre 2020 das neue Kombibad eröffnet werden. Nun wird der Badespaß frühzeitig ein Ende haben. Schon zum Neujahrsempfang hatte Bürgermeister Metz die Problematik von Wasserverlusten im Freibad angesprochen.

Aktuelle Nachprüfungen ergaben das gesamte Ausmaß. Genaue Messungen bestätigten einen täglichen Wasserverlust von 100 Kubikmetern. Die Gemeindeverwaltung hat in den letzten Wochen vergeblich verschiedene Maßnahmen unternommen, um die Leckagen zu finden, gab Bürgermeister Metz zur Auskunft. Eine Druckprobe in den verschiedenen Bereichen der Zuleitungen lasse vermuten, dass es zahlreiche Undichtigkeiten gebe. Dies bedeutet, dass die Beseitigung der Schäden die Erneuerung der gesamten Zu- und Ableitungen notwendig machen würde, so Metz weiter. Da müsste man mit Kosten im sechsstelligen Bereich rechnen. Wobei nicht sicher sei, ob dies das Gesundheitsamt genehmige, hat die Verwaltung so ihre Zweifel. Abgesehen von der Genehmigung mache eine teure Reparatur nur für eine Saison wenig Sinn, zumal sich die Arbeiten in den Sommer hineinziehen könnten, rechnete Metz vor.

Den bisherigen Nutzern bietet die Kommune während der Zeit ohne Freibad einige Alternativen. Zunächst wird das Hallenbad später geschlossen. Mit der Stadt Ladenburg hat die Inselgemeinde kooperiert. Danach können nicht vollständig genutzte Mehrfachkarten des Ilvesheimer Bads in Ladenburg ohne Aufpreis verwendet werden. Es gibt auch die Möglichkeit, dass sich Kartenbesitzer das Geld bei der Verwaltung ausbezahlen lassen. Obendrein kann man in Ilvesheim für die anstehende Badesaison in Ladenburg Familienkarten erwerben.

Die Verwaltung prüft ferner, ob für die Gruppe der Frühschwimmer ein Bäderbus nach Ladenburg angeboten werden kann. Die Ilvesheimer DLRG-Ortsgruppe erhält in der Römerstadt Möglichkeiten zum Training. Der Ilvesheimer Gemeinderat begrüßt die Kooperation mit der Nachbarstadt Ladenburg.