Ilvesheim

Ilvesheim Michael Haug (Platz 2 auf der Kandidatenliste) erläutert die Positionen der Grünen

„Das Klimaschutzkonzept leben“

Die Grünen von Ilvesheim wollen die Umwelt zu Hause schützen. Sie lehnen ein Kombibad aus Kostengründen ab, machen sich aber für ein neues Freibad stark. Und sie setzen sich für die finanzielle Gesundung der Kommune ein. Grünen-Fraktionssprecher Michael Haug (Platz 2 auf der Kandidatenliste) hat im Gespräch mit dem „MM“ das Wahlprogramm seiner Partei erläutert.

Kombibad: Während zuweilen bedauert wird, dass das Thema Bad andere überlagere, findet Michael Haug es im Prinzip gut für die Gemeinderatswahl. Die Parteien positionieren sich und geben den Wählern ein Unterscheidungskriterium, argumentiert der Grüne. „Ein Kombibad lehnen wir aus Kostengründen ab“, macht er die Position für den Grünen-Ortsverein klar. Die Aufteilung in zwei Bauabschnitte, erst das Hallenbad und dann das Freibad zu bauen, entspreche nicht mehr dem, was im Bürgerentscheid im Jahre 2015 versprochen wurde, kritisiert Haug. Den späteren Bau des Freibads sieht Michael Haug als sehr unwahrscheinlich an. „Da wird dann kein Geld mehr da sein“, mutmaßt der Grüne. So gebe es mittlerweile ein reines Hallenbadprojekt für zehn Millionen Euro, moniert der Fraktionschef. Diese Summe, so Haug, wurde zu Zeiten des Bürgerentscheids für das Kombibad geschätzt.

Haushalt: „Wir wollen unser jährlich laufendes Defizit von circa einer Million Euro im Hinblick auf folgende Generationen in eine Schwarze Null umwandeln“, setzt sich Haug für eine nachhaltige Finanzpolitik ein.

Bürgerbeteiligung und Transparenz: „Der Gemeinderat soll so öffentlich tagen wie möglich, und wo immer dies gesetzlich zulässig ist“, setzt sich Haug für noch mehr Transparenz in der Kommune ein. „Die Bürger sollen wissen, wo ihre Gemeinderäte in der Sache stehen“, so Haug weiter. Offen sollten Fakten diskutiert werden. Bei mehr Öffentlichkeit und Offenheit sieht Haug die Chance, dass sich mehr Bürger für ihre Gemeinde interessieren und sich mit ihr identifizieren. „Der Bürger soll sein Zuhause mitgestalten“, ist der Wunsch des Grünen. Dies beginne, so Haug, bereits bei den Kindern und Jugendlichen. Die Beteiligung der Jugendlichen am politischen Entscheidungsprozess müsse deutlich wachsen, sieht Michael Haug diesbezüglich Handlungsbedarf. Obendrein wollen die Grünen das bürgerschaftliche Engagement ermutigen und fördern.

Klimaschutz: „Das Klimaschutzkonzept, das mit der KliBA (Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg - Rhein-Neckar-Kreis) entwickelt wurde, muss gelebt werden“, nennt Haug eine „ganz wichtige Aufgabe“. Bei den Gemeinderatsvorlagen müsste der Klimaschutz mit den entsprechenden Kosten berücksichtigt werden. Es sollte eine Antwort auf die Frage gegeben werden, wie viel Klimaschutz man für wie viel Geld bekomme, so Haug. Der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen müsse im Ort vorangetrieben werden, fordert der Grünen-Sprecher. Zudem sollte man den Neckarbogen als noch ursprünglich erhaltenen Flussabschnitt bewahren und einen Naturerlebnispfad als Lern- und Freizeitangebot etablieren, nennt Haug weitere Forderungen der Grünen.

Die Grünen wollen auch den Radverkehr voranbringen, weil dies angewandter Klimaschutz sei, argumentiert Michael Haug. Obendrein sei ein sicheres Radwegenetz wichtig für Schüler, die weiterführende Schulen in den Nachbargemeinden Feudenheim, Seckenheim oder Ladenburg besuchen, führt der Grünen-Kandidat aus.