Ilvesheim

Ilvesheim Senioreneinrichtung in der Goethestraße gestern eingeweiht und gesegnet / Vor einem Jahr in Betrieb genommen

Dekan Jung: „Ein Haus des Heils“

Archivartikel

Vor einem Jahr hat das Regine-Kaufmann-Haus in Ilvesheim seinen Betrieb aufgenommen. Gestern wurde die Senioreneinrichtung in der Goethestraße eingeweiht und gesegnet. „Wir wollen keine leeren Räume einweihen“, begründete Regina Hertlein, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands Mannheim, vor zahlreichen Besuchern im Skulpturenpark der Heinrich-Vetter-Stiftung die zeitliche Differenz. Viele Heimbewohner verfolgten mit ebenso vielen geladenen Gästen die Zeremonie mit Dekan Karl Jung. Der Seelsorger freute sich, einen Gottesdienst an „einem wunderbaren Ort“ feiern zu können. Die Senioreneinrichtung nannte er „ein Haus des Heils“. Musikalisch gestaltet wurde die Feier durch Männer und Frauen, die der Caritas nahestehen und einen „Spontanchor“ gegründet hatten, wie Dekan Jung hervorhob.

Mehr Wertschätzung

In Fürbitten bat Stefan Pfeifer, Heimleiter im Regine-Kaufmann-Haus um ein lebendiges Miteinander. Hartwig Trinkaus, Geschäftsführer der Heinrich-Vetter-Stiftung, plädierte dafür, dass dem Pflegepersonal mehr Wertschätzung entgegengebracht werde. Karl Jung segnete das Haus auf allen drei Stockwerken, ehe Regina Hertlein die Einrichtung vorstellte. Danach gebe es 42 Plätze für die Dauer- und Kurzzeitpflege, 19 barrierefreie Wohnungen und acht Hospiz-Räume. Das wichtigste seien die Menschen, die hier ein- und ausgehen, formulierte die Vorstandsvorsitzende.

Die Adresse in Ilvesheim sei für die Caritas etwas Besonderes, führte die Sprecherin fort. Erstmals sei der Mannheimer Caritasverband außerhalb des Stadtgebiets vertreten. „In Ilvesheim wurden wir von Anfang an mit offenen Armen empfangen“, lobte Hertlein. Neu sei auch, dass die Caritas nicht selbst gebaut habe, sondern die Heinrich-Vetter-Stiftung, so die Caritas-Verantwortliche. Man habe ein schönes Haus beziehen dürfen, das aber auch den fachlichen Ansprüchen gerecht werde, hob Regina Hertlein hervor. In der Nachbarschaft öffne zudem das Kinderhaus Zauberlehrling, das auch die Vetter-Stiftung baute. „Hier begegnen sich Alt und Jung“, hob Hertlein die Vorzüge der beiden Einrichtungen in unmittelbarer Nähe hervor.

Kurzweilige Talkrunde

Die Verantwortlichen hatten auf Grußworte verzichtet. Stattdessen gab es eine kurzweilige Talkrunde, die Regina Hertlein und Stefan Pfeifer moderierten. Da wünschte sich Bürgermeister Andreas Metz, dass sich die Senioreneinrichtung in die Gemeinschaft integriere. Laut Professor Dr. Peter Frankenberg wollte die Vetter-Stiftung einen Teil ihrer Grundstücke in Wert setzen. Ziel war es, Einrichtungen für Jung und Alt zu schaffen und auch Besucher für den Skulpturenpark zu gewinnen. Das Seniorenheim wurde nach einer Ilvesheimerin jüdischen Glaubens benannt, die von den Nazis ermordet worden war, so Frankenberg. Man wollte ihr ein Andenken verschaffen, so der Vorstandsvorsitzende. Margot Illig, Vorsitzende der Caritaskonferenzen Ilvesheim, informierte über das ehrenamtliche Engagement vor Ort, auch im Regine-Kaufmann-Haus. „Viele ältere Menschen sind sehr oft einsam und sie freuen sich, wenn sie Besuch bekommen“, nannte sie einen Beweggrund. Die indische Ordensschwester Reni will die Menschen durch christlichen Glauben ermutigen. Die Zeremonie ging dann in einen Sektempfang und ein Sommerfest über.