Ilvesheim

Ilvesheim Obst- und Gartenbauverein verleiht Preise an Teilnehmer des Blumenschmuckwettbewerbs / Expertin betont die Wichtigkeit von Pflanzen für die Tierwelt

„Der Vorgarten begrüßt uns jeden Tag“

Archivartikel

Blumen über Blumen haben das Aurelia Sängerheim in Ilvesheim geschmückt und damit die Gäste des Obst- und Gartenbauvereins 1925 Ilvesheim mit unzähligen weißen, rosa und rotfarbenen Blüten erfreut. Zum nunmehr 53. Mal hatte der Verein den Blumenschmuck-Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgerufen und konnte sich über eine große Resonanz freuen. 49 Teilnehmer hatten sich angemeldet und ernteten am vergangenen Sonntag für ihre gärtnerischen Mühen den Lohn – bei einer kleinen feierlichen Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen die Preise in Form von Urkunden, Gutscheinen und oder Blumen.

Der erste Vorsitzende Dieter Bühler begrüßte die Besucher und erklärte noch einmal die recht unkomplizierte Teilnahmebedingung: Das Vorzeigeobjekt muss von der Straße aus sichtbar sein. Angemeldet werden können Vorgärten, Balkone oder auch Fenster, die ansprechend bepflanzt oder begrünt werden.

Jury auf dem Fahrrad

Eine Kommission des Obst-und Gartenbauvereins war mit dem Fahrrad unterwegs und stellte ihre Bewertung anhand eines Punktesystems auf. Den Ehrenpreis mit höchster Punktzahl durften Diethild Frank, Hiltrud Feuerstein, Walter Didion und die Familie Lunz-Regending entgegennehmen.

Danach überreichten Dieter Bühler und Bürgermeister Andreas Metz den Sonderpreis an Hans Fülbier, Helga Winkler und Klaus Bühler. Dem Bürgermeister liegt dieser Wettbewerb sehr am Herzen und er freute sich, in diesem passenden Rahmen auch eine Ehrung von Seiten der Gemeinde vorzunehmen. So dankte er mit einem schönen Blumenstock den Baumpaten sowie all den Bürgern und Bürgerinnen, die eine „grüne“ Patenschaft in der Inselgemeinde übernommen haben – sei es durch die ganzjährige Pflege eines Baums, die Pflege von Blumenbeeten, Kübeln oder kleiner Grünanlagen.

Damit, so erklärte Metz, würde neben einem positiven bunten Ortsbild auch der Bauhof ein wenig entlastet. Der Bürgermeister hatte einen kleinen Vortrag zum Thema Schottergärten vorbereitet, gab einen kleinen Umriss über die bestehende Rechtslage und die Begrünungspflicht.

Der, so Metz „Unsitte“, seit einigen Jahren alles zu schottern oder Steine zu legen, hofft er, durch Aufklärung und einem Angebot an Alternativen begegnen zu können. Und dass, ohne auf die Rechtslage pochen zu müssen.

Dieser Meinung schloss sich die Gartenbauingenieurin und Staudengärtnerin Eva Hofmann von der Baumschule Huben in Ladenburg gerne an. Schottergärten nennt sie „Gärten des Grauens“, da sie ökologisch völlig wertlos seien. Sie nannte einen guten Grund für einen ansprechend bepflanzten Vorgarten, denn dieser „begrüßt und verabschiedet uns jeden Tag“, so die Expertin. In ihrem Vortrag gab die Hobbyimkerin wertvolle Informationen an die Besucher weiter.

Biene braucht Anflugstellen

So erfuhren die Gäste, dass gerade für die Wildbienen viele kleine Anflugstellen geradezu überlebensnotwendig seien, da diese meist nur sehr kleine „Reiseabschnitte“ von deutlich weniger als 100 Metern bewältigen könnten. Liegt die nächste Nahrungsquelle weiter entfernt, könnten die Wildbienen entkräftet verenden. Jede Balkon- oder Kübelbepflanzung, jedes noch so kleine Beet könne hier zum Retter werden – sozusagen ein kleiner Gasthof, eine Tankstelle zur Stärkung sein.

Dass Insektenhotels sehr sinnvoll sind, wussten alle Anwesenden. Allerdings sei es völlig nutzlos, solange sich nicht auch ein entsprechendes Blütenbuffet in der Nähe befindet. Hier gilt: Was unser Auge erfreut, schmeckt den Insekten, wobei viele von ihnen die einheimischen Pflanzen benötigen, Bienen vor allem offene Blüten oder solche mit großen Kelchen. Dieter Bühler ergänzte die Vorträge mit einem Beitrag über die wertvollen Effekte, die die regelmäßige Gartenarbeit mit sich bringt: Angefangen von dem körperlichen und seelischen Ausgleich bis hin zu dem guten und wertvollen Gefühl der eigenen Ernte führte er auch, wie Gartenarbeit das Leben positiv beeinflussen kann.

Feierlich umrahmt wurde die Veranstaltung mit musikalischen Beiträgen von Flavio Hübner am Flügel. Zum Abschluss durften sich alle Gäste ein Alpenveilchen und vom Obsthof Schuhmann in Ladenburg spendierte Äpfel mitnehmen.