Ilvesheim

Ilvesheim Bürger gestalten Wahrnehmungsparcours

Die Sinnesorgane spielerisch angeregt

Archivartikel

Sonne und strahlend blauer Himmel: perfekte Bedingungen für einen Spaziergang. Am Samstagnachmittag versammelten sich knapp 20 Bürger Ilvesheims auf dem Parkplatz der Schlossschule, um an der Gestaltung eines Wahrnehmungsparcours teilzunehmen. Dieses sogenannte „Wandernde Kunst- und Kulturprojekt“ soll in Ilvesheim dazu dienen, den Weg von der Schlossschule zur Friedrich-Ebert-Schule intensiver wahrzunehmen.

Hierfür kooperieren Matchbox, die Organisation des Projekts, und die zwei Schulen miteinander, um den Weg mit langzeitigen als auch kurzfristigen Installationen zu versehen. Ziel ist es, Eindrücke mit allen Sinnesorganen ganz bewusst zu erfahren – hören, fühlen, riechen, schmecken und sehen.

„Nichts ist unmöglich“

Um dieses Ziel zu verwirklichen, gibt es die Möglichkeit, dass Bürger sich mit Ideen für den Parcours einbringen. Zu Beginn des Spaziergangs erklärte Désirée Blank, die Projektbetreuerin, den Ablauf und händigte allen Teilnehmern ein Klemmbrett aus,um Ideen und Anregungen notieren zu können. Diese Notizen sollten an der erdachten Stelle angeheftet werden.

Zum Beispiel läuft jemand unter einer Brücke durch und hat den Einfall, man könne dort ein Windspiel anbringen, um das Sinnesorgan Ohr anzuregen. „Erstmal alles aufschreiben, auch wenn es unmöglich scheint, denn nichts ist unmöglich, erstmal“, so Désirée Blank.

An der ersten Station angekommen, erwartete die Teilnehmer eine kleine Sinnesschulung, kombiniert mit Inspiration für Vorschläge zum Parcours. 20 Socken, versehen mit zehn verschiedenen Gerüchen, die jeweils zweimal vergeben wurden, hingen an einem Seil zum Riechen und Erraten. Lea Gerschwitz, die Projektleiterin von Matchbox, erklärt, man solle sich hierbei auf den Geruch konzentrieren und ihn seinem Geruchspartner zuordnen – Riechmemory sozusagen. Nebenan hingen Luftballons, gefüllt mit Wasser, Reis, Sand, Rinde und Kircherbsen, die bei Bewegung unterschiedliche Klänge von sich gaben. An der zweiten Station trafen die Teilnehmer auf Klangregisseur und Musikproduzent Lennart Scheuren. Er erklärte, dass er sich für das Projekt in Workshops mit den Schülern der Schloss-Schule und der Friedrich-Ebert-Grundschule auf die Suche nach der intensiven Wahrnehmung Ilvesheims begibt.

Eine Station weiter begegnete den Teilnehmern eine weitere Mitarbeiterin von „Matchbox“, welche den Namen und den Sinn der Organisation schilderte. Match steht hier für etwas, das gut zusammenpasst. In diesem Sinne handelt Matchbox nach einem gleichen Prinzip.

Künstler, die von außerhalb des Ortes kommen, werden mit einer Stadt „gematcht“ und somit entsteht eine „interessante Mischung, bei der immer etwas Spannendes herauskommt“, so Yasmin Gebhard. Der Eingang der Friedrich-Ebert-Schule war die letzte Station. Alena Butscher bot Lebensmittel mit verschiedenen Geschmacksrichtungen an, um auch das Sinnesorgan Mund zu einzubeziehen. Zudem gab es Brezeln, Apfelschorle und Wasser, um nach knapp zwei Stunden Dauerbetrieb des Gehirns bei ausklingenden Gesprächen wieder zu Kräften zu kommen.

„Im Alltag macht man sich keine Gedanken über die Sinnesorgane. Dieser Spaziergang war eine gute Gelegenheit, das mit anderen Sinnen zu erfahren. Man erweitert bewusst und spielerisch den Horizont“, befürwortet Bürgermeister Andreas Metz das Projekt.