Ilvesheim

Ilvesheim Gemeinderat befasst sich mit der Zukunft der beiden Friedhöfe / Neue Bestattungsformen verabschiedet

„Die Wünsche der Menschen erfüllen“

Archivartikel

Die beiden Friedhöfe (Mitte und Nord) in Ilvesheim weisen zum Teil recht große Lücken und Überhangflächen auf. Dies ist ein Ergebnis von Bestattungsformen, die sich grundlegend verändert haben. Die Verbesserung dieser Situation steht auf der Agenda von Verwaltung und Gemeinderat. Ziel ist dabei, vorrangig die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hinterbliebenen zu berücksichtigen. Eine „Zukunftswerkstatt Friedhöfe“ hat Vorschläge erarbeitet, die jetzt im Gemeinderat diskutiert wurden. Der Handlungsbedarf wird von den Räten anerkannt. Die konzeptionelle Weiterentwicklung und neue Bestattungsformen wurden einstimmig beschlossen.

Folgendes soll umgesetzt werden: „Auf den Friedhöfen Mitte und Nord werden für jedes Grabfeld konkrete Aussagen über anstehende Pflegemaßnahmen und die künftige Nutzung festgelegt“. Ferner wurde die Verwaltung beauftragt, „mit Bestattungen am Baum auf dem Friedhof Nord und einem naturnahen Grabfeld auf dem Friedhof Mitte alternative Bestattungsformen anzubieten“. Die Neukalkulation der Gebühren soll folgen.

Ergänzung durch SPD

Auf Anregung der SPD-Fraktion wurden drei weitere Punkte beschlossen. Danach sollen Lücken zwischen den Gräbern grundsätzlich begrünt, respektive mit Rasen geschlossen werden. Die Umgestaltung auf den Friedhöfen soll kommuniziert werden. Das heißt, auf den Friedhöfen sollten Pläne die Bürger informieren. Zudem sollen die Maßnahmen schrittweise ausgeführt werden. Nach der Entfernung von Hecken soll gleich wieder für Ersatz gesorgt werden. Den Bauhof gilt es dabei einzubeziehen, so der Beschluss.

„Es geht darum, was sich die Menschen wünschen“, hatte Bürgermeister Andreas Metz eingangs argumentiert. Alternativen Bestattungsarten sollte man nachkommen, führte das Ortsoberhaupt aus. „Was lange währt, wird endlich gut“, fasste Günter Tschitschke (Freie Wähler) einen zeitintensiven Prozess zusammen. Er bekannte, dass man die Thematik Friedhöfe aber auch stiefmütterlich behandelt habe. Ralf Kohl (CDU) bestätigte, dass der Zustand der Friedhöfe die Bürger seit Jahrzehnten beschäftige. Man habe nun etwas angeschoben, doch es bleibe immer noch viel zu tun, führte Kohl fort. Er sprach sich für einen Ort der Begegnung aus, wie von der Zukunftswerkstatt vorgeschlagen. Zudem, so Kohl weiter, sollte man den Angehörigen ein würdiges Abschied nehmen ermöglichen.

„Wir sind wirklich gefragt, hier etwas zu tun“, unterstrich Rolf Sauer (SPD) den Handlungsbedarf. Einst, so Sauer weiter, habe man große Flächen wegen der Nachfrage ausgewiesen. Jetzt habe sich die Sache geändert. Man sollte dafür werben, dass die Bestattungen vor Ort bleiben, argumentierte Sauer, ehe er die Ergänzungen vorbrachte. Auch für Michael Haug (Grüne) war es Zeit, dass etwas getan werde. Die Begehung habe, so Haug, drastisch aufgezeigt, dass einiges im argen liege. Mit dem neuen Konzept sei man auf einem guten Weg, fand der Grüne.