Ilvesheim

Ilvesheim Ortsverein sieht sich von Kreis zu wenig unterstützt

DRK streitet um neues Auto

Archivartikel

Die Aussicht auf Ersatz für den alten Mannschaftstransportwagen aus dem Jahr 1993 ist nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Bürgerhaus Hirsch in Ilvesheim gestiegen. Die Unstimmigkeiten mit dem Kreisverband bezüglich der Finanzierung bleiben aber bestehen.

Das alte Fahrzeug weist nach DRK-Angaben erhebliche Mängel an der Karosserie auf und muss deshalb möglichst bald ersetzt werden. Darin besteht Einigkeit. Nachdem der Ortsverein vor Jahren 39 000 Euro in den Solidaritätsfonds des Kreisverbands eingezahlt hatte, hofft er nun auf eine entsprechend großzügige Förderung beim Kauf des rund 30 000 Euro teuren Ersatzfahrzeugs. Doch zugesagt hat der Kreis bislang nur 14 000 Euro.

Um die Beschaffung trotzdem finanzieren zu können, gibt es eine Reihe von Ideen. So will das DRK Ilvesheim einen Spendenbrief an die Mitbürger versenden. Bürgermeister Andreas Metz befürwortet die Aktion und wird die Schreiben mit seinem Namen unterstützen. Auch durch das Aufstellen von fünf DRK-Kleidercontainern auf Liegenschaften der Gemeinde sowie eine Altkleidersammelaktion verspricht sich der Ortsverein Erlöse zum Kauf für ein Ersatzfahrzeug.

Hilfe bei der Suche

Außerdem soll bei Stiftungen wegen einer finanziellen Unterstützung nachgefragt werden. Der DRK-Kreisverband sicherte zu, seine Fühler zum Erwerb eines Fahrzeuges auszustrecken und über eine Erhöhung der zugesagten Summe von 14 000 Euro nachzudenken, wenn die genannten Aktionen abgeschlossen sind.

Begonnen hatte die außerordentliche JHV zunächst mit verhärteten Fronten. Auf der einen Seite der DRK-Ortsverein Ilvesheim mit der Vorsitzenden Elisabeth Barth und den Mitgliedern, auf der anderen Seite Bernd Deimel (1. Stellvertreter des Präsidenten vom DRK-Kreisverband Mannheim) und seine Mitstreiter. Barth kritisierte, dass bei der Überführung des Geldes in den Solidaritätsfonds einiges nicht „richtig“ gemacht wurde“. Bei dem Betrag habe es sich eher um ein Darlehen gehandelt, das letztlich in den Fonds überführt worden sei. Bernd Deimel wies auf den Beschluss bezüglich des Solidaritätsfonds im Jahr 2006 hin. Die in den Topf eingezahlten Mittel seien in das Eigentum des Kreisverbandes übergegangen. Der Ortsverein könne deshalb nicht erwarten, die eingezahlte Summe wieder zurückzuerhalten. Einigkeit bestand unter den Anwesenden darüber, dass sich der genaue Sachverhalt aufgrund des langen Zeitraumes schwer rekonstruieren lasse.

Kein Zuschuss der Gemeinde

Bürgermeister Metz erklärte, das örtliche DRK könne aufgrund klarer Vereinsförderrichtlinien nicht mit einem Zuschuss der Gemeinde für das neue Fahrzeug rechnen. Er verstehe die Erwartungshaltung des aktiven DRK-Ortsvereins, der damals mehr als das Doppelte in den Solidaritätsfonds eingebracht habe und jetzt die große Diskrepanz zwischen Einzahlung und Zuschuss sehe.

Jürgen Böhm vom DRK-Kreisverband betonte, dieser nehme noch weitere Aufgaben in anderen Ortsvereinen wahr. Das Auto für Ilvesheim könne deshalb nicht „zur Gänze“ finanziert werden. Um einen Kompromiss zu finden, fragte Gemeinderätin Sarah Nick-Thoma bezüglich eines möglichen finanziellen Nachschlages etwa in zwei Jahren nach. Ob und wieviel Geld zukünftig in den Solidaritätsfonds fließe, wisse der Kreisverband nicht, antwortete Böhm. Jetzt soll das Ergebnis der geplanten Spendenaktion abgewartet werden, ehe man sich nochmals trifft, um eine Lösung zu finden.