Ilvesheim

Seckenheim Gespräch mit Oberbürgermeister Kurz / Verfahren über Einsprüche steht an

Eilantrag abgelehnt: BI Funkturm bleibt dran

Archivartikel

Für die Bürgerinitiative (BI) gegen den neuen Funkturm im Mannheimer Stadtteil Seckenheim wird die Lage schwieriger. Ein beim Verwaltungsgericht Karlsruhe eingereichter Eilantrag auf Baustopp ist abgelehnt worden. Das teilte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage mit. Allerdings sei der Beschluss noch nicht rechtskräftig: „Er kann mit der Beschwerde vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung angefochten werden.“

Vertreter der Bürgerinitiative reagierten enttäuscht. „Selbstverständlich hätten wir uns eine andere Entscheidung gewünscht“, sagte BI-Mitglied Rieger. Über das weitere Vorgehen müsse man sich erst noch beraten. Man wolle zunächst die Begründung des Gerichts gemeinsam mit einem Anwalt untersuchen, hieß es. Zudem steht eine andere Entscheidung noch aus. Etwas mehr als 20 Anwohner haben vor einigen Wochen Widerspruch gegen die von der Stadtverwaltung erteilte Baugenehmigung eingelegt. In dieser Sache steht noch ein Widerspruchsverfahren beim Regierungspräsidium Karlsruhe an.

Indes fand für die Bürgerinitiative am frühen Donnerstagabend einer der bisher wichtigsten Termine statt: das direkte Gespräch mit Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Das Stadtoberhaupt und zwei Vertreter der BI saßen dabei an einem Tisch. Das Gespräch fand während einer Bürgersprechstunde auf der Vogelstang statt, die Inhalte blieben vertraulich.

Mastbau weit fortgeschritten

Thema war der neue Funkmast. Im Auftrag der Telekom baut die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) an der Suebenheimer Allee in Seckenheim einen Mobilfunkmasten – zum Ärger vieler Anwohner. Sie wollen, dass der Turm an einem anderen Standort aufgestellt wird und beklagen, dass sie in den Entstehungsprozess nicht ausreichend eingebunden wurden.

Thomas Rieger, Co-Sprecher der Initiative, zeigte sich nach dem Gespräch zuversichtlich: „Wir glauben, dass wir dem Oberbürgermeister einige gute Denkanstöße geben konnten. Es bleibt nun abzuwarten, was er daraus macht.“ Die Stadt äußerte sich zurückhaltend. Pressesprecher Ralf Walther teilte am Freitag mit: „Zu einem laufenden Verfahren äußern wir uns nicht.“ Inhalte von Bürgersprechstunden seien außerdem vertraulich. „Darum machen wir darüber keine Angaben“, so Walther weiter.

Ein Baustopp war ursprünglich das Ziel der Bürgerinitiative gewesen. Er hätte, so Rieger, „aufschiebende Wirkung“ gehabt. Das bedeutet mehr Zeit für die Bürgerinitiative, über den Turm zu diskutieren. Nach der Darstellung Riegers hat das Gericht in seiner Begründung keinen Sinn darin erkennen können, den Bau des Masten zu unterbrechen, da der Turm so gut wie fertig sei.

Zum Baufortschritt erklärte die für den Bau zuständige DFMG am Freitag schriftlich: „Der Mast ist errichtet. Die begleitenden Infrastrukturmaßnahmen, also zum Beispiel die Montage der Antennen, sind aktuell im Werden.“ Die Ablehnung des Eilantrags wollte die DFMG mit Verweis auf eine eventuell ausstehende Beschwerde der BI nicht kommentieren.