Ilvesheim

Ilvesheim Ulrich Makowski arbeitet als Integrationsmanager für die Gemeinde / Job hat zahlreiche Aufgabenbereiche / Wohnsituation bereitet Probleme

Ein Alltag voller Anträge und Formulare

Seien es kaputte Waschmaschinen, Arzttermine oder Anträge für die Ausländerbehörde: Es scheint kaum etwas zu geben, für das Ulrich Makowski nicht zuständig ist. Der 35-Jährige ist seit Oktober des vergangenen Jahres Integrationsmanager der Gemeinde Ilvesheim. Er betreut rund 140 Flüchtlinge, die im Ort leben, darunter 25 Kinder. „Die reine Zahl sagt aber nicht so viel aus“, sagt er, der lieber von „Geflüchteten“ als „Flüchtlingen“ spricht. Manche Menschen bräuchten mehr, andere wenige Hilfe.

Seine Aufgabe ist es, die Integration der Menschen zu fördern und ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Am Donnerstag hat er dem Verwaltungsausschuss des Gemeinderats von seiner Arbeit und der Situation im Ort berichtet. Dabei hob er zunächst das große Engagement der ehrenamtlichen Helfer hervor. „Das zeigt sich häufig in ganz praktischen Dingen wie zum Beispiel der Bereitstellung von Möbeln oder der Hilfe bei Hausaufgaben.“

Ehrenamtliche suchen Helfer

Als Gast in der Sitzung dabei war auch Dieter Münster, Sprecher des Arbeitskreises Integration (AKI). „Wir suchen jederzeit ehrenamtliche Helfer“, sagt er dem „MM“. Auch Münster betont, dass es die Fragen des Alltags sind, bei denen Flüchtlinge Hilfe bräuchten, darunter: Wo ist eine Apotheke? Wie löse ich eine Fahrkarte? Oder wo finde ich Kindergärten, Schulen und Sportplätze?

In Makowskis Alltag spielen darüber hinaus Anträge und Formulare eine große Rolle, zum Beispiel bei Arbeitsgenehmigungen. Oft müssen Gemeindeverwaltung und Ausländerbehörde eingeschaltet werden. „Da führt man mitunter zahlreiche Telefonate“, sagt Makowski, der vom Deutschen Roten Kreuz bezahlt wird, sein Büro aber im Rathaus hat.

Ein Thema, das den Integrationsmanager in den vergangenen Wochen stark beschäftigt hat, ist die Wohnsituation. „Da gibt es schon ein paar schwierige Stellen im Ort“, sagt Makowski. Dort will er in den nächsten Wochen verstärkt vorbeigehen und schauen, wie man die Situation verbessern kann. Meistens geht es darum, dass viele Leute auf engem Raum wohnen. „Vier Männer in einer Zwei-Zimmer-Wohnung – der einzige Aufenthaltsraum ist die Küche. Da sind Konflikte vorprogrammiert“, sagt Bürgermeister Andreas Metz. „Wenn dann zum Beispiel auch noch eine Waschmaschine kaputt geht, macht das die Situation nicht einfacher“, ergänzt Makowski.

Viele haben Schulden

Doch beengte Wohnungen sind nicht das einzige Problem, mit dem Makowski zu tun hat, Häufig kommen Menschen mit Schulden zu ihm – manche sogar im vierstelligen Bereich. „Wie kann es denn dazu kommen?“, fragt Gemeinderätin Dagmar Klopsch-Güntner (SPD) während der Sitzung. Die Ursachen könnten ganz unterschiedlich sein, erklärt Makowski. Manche hätten überteuerte Handyverträge abgeschlossen, andere hätten Zahlungsrückstände bei Arztrechnungen.

Ganz häufig seien zudem Mietschulden. Solange jemand arbeitslos ist, übernimmt das Arbeitsamt die Miete, wenn jemand wieder Arbeit hat, muss die Miete selbst gezahlt werden. „Das wissen aber viele nicht“, sagt Makowski. Die Folge seien immer wieder Rechnungen im vierstelligen Bereich.

So ist der Alltag des Integrationsmanagers oft mühsam. „Man kann immer nur kleine Schritte machen, da es viele Hürden gibt“, berichtet der studierte Islamwissenschaftler. Umso schöner sei es, wenn man kleine Erfolge feiern könne und Anerkennung bekomme. „Letztens dankte mir der Arbeitgeber eines Flüchtlings, weil ich mit meiner Vermittlung dafür sorgen konnte, dass die nötigen Unterlagen rechtzeitig bei der zuständigen Behörde ankamen.“