Ilvesheim

llvesheim Kultur im Dunkeln in der Schloss-Schule mit dem Trio Feinherb / Konzert erneut ausverkauft

Ein Hörerlebnis der besonderen Art

Archivartikel

Bereits in der 14. Saison begrüßt die Schloss-Schule Ilvesheim Gäste zu ihrer Reihe Kultur im Dunkeln (KiD). Im Rahmen dieser Veranstaltungen werden Besuchern „Einblicke in und Begegnungen mit anderen Lebenswelten“ angeboten. Zu Gast war jetzt Cordula Hamacher mit dem Trio Feinherb. Die Schule kooperiert seit sechs Jahren mit dem inzwischen 20. Internationalen Festival für Jazz und Anderes Enjoy Jazz.

„Ausverkauft“ meldete Gunter Bratzel, Leiter der AG Kunst im Dunkeln, erfreut. Wieder einmal. Durch diese Zusammenarbeit erfüllte sich für die Mannheimer Tenor- und Sopran-Saxofonistin Cordula Hamacher ein Traum: ein Konzert im Rahmen von Kultur im Dunkeln mit dem Trio Feinherb. Die Musik des Trios, Jazz, filigran komponiert oder „frei“, also intuitiv, improvisiert, begeisterte die Zuhörer. Auch für Gitarristin Katrin Zurborg und Schlagzeuger Kuno Wagner war es ein Erlebnis, in totaler Dunkelheit zu spielen.

Beim Positionieren der Instrumente und Hocker konnten sich die Drei einen Eindruck von den Ausmaßen des Raumes verschaffen. Aber als sie schließlich zu spielen anfingen, war es auch für sie stockdunkel. Während des Spielens musste das Trio Variationen bei Lautstärke oder Geschwindigkeit ihrer Mitspieler richtig deuten, um dann Rhythmus- oder Satzwechsel gut umsetzen zu können. Es zahlte sich aus, dass sie schon einige Jahre zusammen spielen. Die Akustik im schwarzen Salon ist hervorragend. So war das sehr saubere, klare Spiel ein Hörerlebnis der ganz besonderen Art. Wirklich nur „hören“ war angesagt, gänzlich unbeeinflusst von optischen Ablenkungen. Das wertete die Qualität der Musik noch einmal deutlich auf. Kaum war man im Salon angekommen, entfaltete sich der Hörsinn – und verbesserte sich von Minute zu Minute. Sehr harmonisch war das Zusammenspiel. Eine besondere Einlage lieferte Schlagzeuger Wagner, als er durch den Raum „wanderte“ und Wände und Decken mit seinen „Besen“ (auch Jazzbesen genannt, eine Art der Sticks, die Schlagzeuger zum Spielen benötigen) als erweitertes Schlagzeug bearbeitete. Zuhörer warteten gespannt, ob Wagner bei der Rückkehr zu seinem Instrument vielleicht über dieses fiel. Aber auch diese Aufgabe meisterte er souverän.

Wie bereiteten sich die Musiker auf das besondere Konzert vor? Katrin Zurborg hat in Frankfurt einen Proberaum in einem Bunker. Eine gute Voraussetzung. Doch schnell merkte das Trio, dass die wenigen Lämpchen der Verstärker den Raum schon sehr „erhellten“. Zudecken führte schließlich zum gewünschten Erfolg.

Auch bei einem der letzten Konzerte waren die Musiker kreativ. Mit Schlafbrillen sorgten sie für Dunkelheit bei sich selbst und baten das Publikum, doch die Augen zu schließen. Ein großes Lob verdienten sich auch die Schüler, die im Rahmen der AG KiD die Besucher an ihre Plätze geleiteten. dithu