Ilvesheim

Ilvesheim Laienspielgruppe des MGV Aurelia steht mit der Komödie „Glaubersalz zum Nachtisch“ auf der Bühne

Entschlackung für das Hüftgold und auch die Bankkonten

Archivartikel

Bunt und sportlich sowie drunter und drüber ging es am Samstag bei der Premiere des Aurelia-Theaterstücks „Glaubersalz zum Nachtisch“ zu. Zur Jahreszeit passend war das Thema gewählt. Denn es ist Frühling, da sollen die Pfunde purzeln. Notfalls – wie auf der Bühne der Ilvesheimer Mehrzweckhalle – bei Entschlackung, mit Einlauf, Leberwickel, Entgiftung, Bauchgymnastik und Gruppendynamik. All dies, gewürzt mit unaufgearbeiteten Familienproblemen und einem feschen österreichischen Charmeur, forderte dem Publikum zahllose Lacher ab.

Während die Titelmusik der Schwarzwaldklinik das Publikum in die richtige Stimmung versetzte, schnauften sich Amadeus Motzer (Bernhard Ries), seine Frau Ellen (Monika Ottinger) und deren Schwester und Ex-Fastfrau von Amadeus Marie Schmand (Brunhilde Aßmann) auf die Bühne. Während die beiden Damen voll bei der Sache waren, suchte Mann Motzer, dessen Name Programm war, Auswege aus dem kargen Leben.

Die versteckten Schokoriegel konnten ihn nicht retten, da Schwägerin Marie und Klinikschwester Monika (Sarah Ottinger) für ihn immer zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Klinikchefin Dr. Schnabel (Kerstin Freihaut) ist mit den Nerven ob der anstrengenden Familie fast am Ende, da geht mit dem Erscheinen von Charmeur und Lebemann Gustav Junghans (Hänsi Sturz) für die Damenwelt die Sonne auf. Handkuss hier und Spaziergang da, das Weibsvolk überschlägt sich geradezu in seinem Buhlen um den feschen Mann.

Einzig der ewige Motzer Amadeus schöpft Verdacht ob der Schleimspur, wird aber erst einmal von dem beliebten „Guschtel“ mit einem Schlafmittel ausgeknockt, der es sich dann gleich mal im Nachbarhotel gut gehen lässt.

Nachdem in einer Familientherapiestunde verkrustete Konflikte mit Hilfe eines Handpuppenrollenspiels erfolgreich an die Oberfläche geholt und eskalierend aufgearbeitet wurden, tritt eine harmonische Entspannung ein und Amadeus zeigt, dass auch der ewig motzende Herr Motzer durchaus eine romantische Seele in sich trägt. Er tritt ebenfalls zur Balz an und kommt Guschtel auf die Spur. Gemeinsam geht’s auf Sauftour, auch einem feschen Tänzchen steht nichts mehr im Wege. Am nächsten Morgen fehlt dann nicht nur jede Spur vom Guschtel, sondern auch eine Menge Geld vom Konto aller Damen. Von seinem Charme eingewickelt waren sie dem Hochstapler auf den Leim gegangen.So gab es am Ende nicht nur eine Entschlackung für das Hüftgold, auch die Bankkonten waren gut entschlackt worden. Viel Applaus durften die sechs Darsteller und Regisseurin und Souffleuse Christine Dörsam bei ihrem Regiedebüt entgegennehmen. Die Beleuchtung lag dieses Jahr in den Händen von ihrem Sohn Peter Dörsam, während Kevin Christensen für die Technik und Monika Schäfer für die Visagistik verantwortlich zeichneten.

Weitere Auftritte

Hänsi Sturz hatte bei der Begrüßung auf die neuen Mikrofone aufmerksam gemacht. Erstmals arbeite das Ensemble mit Headsets – eine fantastische Technik, die aber beherrscht sein will, so Sturz. Anschalten sobald man die Bühne betritt, abschalten sobald man sie verlässt, ansonsten höre das Publikum auch alles hinter der Bühne Gesprochene mit. Kaum gesagt, war schon die erste Stimme aus dem Off zu hören, was immer wieder für Stimmung im Zuschauerraum sorgte. Viele kurze Umbauten zogen das Stück ein wenig in die Länge, was aber der guten Stimmung keinen Abbruch tat. Für die Veranstaltungen am Wochenende gibt es noch Karten bei Getränke Wagner im Schlossgarten.