Ilvesheim

Ilvesheim Neu gegründeter Freundeskreis setzt sich für die Gemeindebücherei ein / Stellenbesetzung Thema im Ausschuss

„Es geht um unsere Zukunft“

„Es geht um Wandel und Zukunft.“ Jan Ostrowski vom Freundeskreis der Ilvesheimer Bücherei deutete an, warum zahlreiche Bürger in die Villa der Vetter-Stiftung gekommen waren. Hier wurden zum Teil sehr leidenschaftliche Plädoyers für den Erhalt der Leihbibliothek gehalten. „Es geht um unsere Zukunft. Wir müssen Kindern Zugang zur Kultur schaffen“, forderte ein Teilnehmer. Für Moderator Ostrowski galt es „in einer Initialzündung Flagge zu zeigen“. Aus diesem Grund habe sich am 24. Oktober dieses Jahres ein Freundeskreis gegründet, der zehn Mitglieder zähle, informierte Ostrowski am Dienstagabend die Anwesenden.

„Kein Dauerprovisorium“

Elisabeth Stroh, ehemalige Büchereiangestellte, hatte im Namen der Interessensgruppe zum Austausch eingeladen. Mit Beginn ihres Ruhestands nahm eine Nachfolgerin ihre Stelle ein. Nachdem die Nachfolgerin das Vertragsverhältnis aber selbst gekündigt hatte, wurde die Stelle nicht wiederbesetzt. Regina Weibel kümmert sich alleine um lesewillige Bürger.

Ihre ehemalige Kollegin hat der Gemeinde ein Angebot unterbreitet. Danach bietet sie ihre Arbeit für drei Monate an. „Damit das nicht zum Dauerprovisorium wird“, begründet Elisabeth Stroh die zeitliche Begrenzung. „Dieser Vorschlag wurde vom VA (Verwaltungsausschuss) abgelehnt“, bedauerte Stroh.

Auch Regina Weibel bestätigte, dass ihr das so gesagt wurde. Dem widersprach der stellvertretende Bürgermeister Günter Tschitschke vehement. „Das ist falsch“, so der Gemeinderat der Freien Wähler (FW). „Es gab noch keine VA-Sitzung, in der die Thematik behandelt wurde. Wir werden zeitnah in nichtöffentlicher Sitzung darüber reden“, informierte er die Runde. Sarah Nick-Toma (Grüne) bestätigte dies und präzisierte. Danach sei die Thematik am heutigen Donnerstag auf der nichtöffentlichen Tagesordnung des VA. Auch wenn die Angelegenheit erst noch behandelt wird, äußerten einige Teilnehmer ihr Befremden.

„Warum wurde die Stelle nicht sofort wieder ausgeschrieben?“, fragte ein Bürger. Er ergänzte, dass seinem Wissen nach das Budget dies hergebe. FW-Rat Bernhard Ries riet zur Versachlichung des Themas. Auch Moderator Ostrowski versuchte zu beschwichtigen. Schließlich gebe es ja noch eine Bücherei. Es gehe um die zweite Stelle, machte er deutlich.

Hausherr Hartwig Trinkaus, Geschäftsführer der Heinrich-Vetter-Stiftung, hatte in seiner Begrüßung die große Bedeutung von Büchereien hervorgehoben und der Bücherei vor Ort weitere Unterstützung versprochen.