Ilvesheim

Ilvesheim Das Duo Flourishless eröffnet die 15. Auflage der Reihe „Kultur im Dunkeln“ / Von Balladen bis Rock

Facettenreiche und ehrliche Musik

Archivartikel

Ein langer und traumhafter Sommer ist vorbei, was einerseits schade ist, aber andererseits auch bedeutet: endlich wieder „Kultur im Dunkeln“. Die mittlerweile 15. Auflage dieser Veranstaltungsreihe startete gleich mit einem fulminanten Konzert des Duos Flourishless. Das Konzert war wie gewohnt ausverkauft und, wie immer beim Start in die neue Saison, war eine gewisse Anspannung zu spüren. Unter den zwölf Kindern, die die Gäste zu ihren Plätzen begleiteten, waren acht Kinder, die diese Aufgabe zum ersten Mal übernahmen. Alle erhielten für ihre Begleitaufgabe großen Applaus.

Bevor die Gäste jedoch in den schwarzen Salon geführt wurden, richtete der Leiter von „Kultur im Dunkeln“ Gunter Bratzel ein paar Worte an die Besucher: „Die Dunkelheit kann für sehende Menschen belastend und ungemütlich sein. Dafür ist das Konzerterlebnis umso schöner, weil man sich viel mehr auf die Musik konzentriert“. Mit Flourishless konnte Gunter Bratzel ein Duo aus der Metropolregion gewinnen. Die Stimmen von Paul Gerlinger und Phillip Valentin sind kraftvoll und rauchig, umschmeicheln und ergänzen sich. Dabei wird der Gesang zusätzlich noch durch die Gitarrenklänge und die Percussions unterstützt.

Sinn für Humor

Auch bei der Musik dominiert einmal die Gitarre, dann die Drums. Egal, ob das Duo ein englisches Lied vorträgt oder ein deutsches Lied singt, egal, ob es eine gefühlvolle Ballade oder ein rockigeres Stück ist, es ist eine facettenreiche und ehrliche Musik. Darüber hinaus hat das Duo auch noch einen ausgeprägten Sinn für Humor. Das Publikum fand sich jedenfalls bestens unterhalten, wenn sich die Beiden verbale Bälle zuwarfen. Auf die Frage „Was spielen wir jetzt?“ kam die spontane Antwort: „Keine Ahnung, ich kann ja mal auf der Setliste nachschauen“.

Flourishless spielten nicht nur Lieder aus ihrer CD Looking at the Walls, sondern auch neue noch nicht veröffentliche Werke. Es war diese Mischung aus deutschen und englischen Liedern, die dieses Konzert so besonders machten. Und dazwischen immer wieder die lockeren Sprüche der beiden Künstler. Im wirklich warmen schwarzen Salon bemerkte ein Sänger, dass es so brutal warm sei, worauf sein Pendant erwiderte: „Keine Ahnung, was du an hast, ich habe nichts an und darum ist mir auch nicht warm.“

Die Lacher hatte er auf jeden Fall auf seiner Seite. Als Phillip Valentin schließlich noch verkündete: „In meiner Hose vibriert es. Das bedeutet, wir spielen noch drei Stücke“ tobte das Publikum. Die beiden Musiker wurden natürlich nicht ohne Zugaben entlassen, die das Publikum auch lautstark einforderte. Zuvor bedankten sie sich noch bei den Zuhörern, bei Gunter Bratzel sowie den vielen Helfern. Flourishless überließ es den Gästen, in welche Richtung die Zugabe gehen sollte, lieber gefühlvoll oder doch eher etwas rockig. Letztendlich spielten sie beides und ernteten noch einmal begeisterten Applaus.