Ilvesheim

Ilvesheim Technischer Ausschuss vergibt Arbeiten für Umgestaltung des Schulgeländes / Planung nach wissenschaftlichen Erkenntnissen

Forscherhof kostet 272 000 Euro

Die Umgestaltung des Außengeländes der Friedrich-Ebert-Schule Ilvesheim kann in den Sommerferien (29. Juli bis 10. September) starten. Der Technische Ausschuss (TA) Ilvesheim hat am Mittwochabend den Auftrag ohne Gegenstimmen an die Ilvesheimer Firma Fülbier, Landschafts- und Gartenpflege, vergeben. Der Angebotspreis liegt bei 271 759 Euro. Kalkuliert waren 210 000 Euro, was eine Kostensteigerung von knapp 61 000 Euro bedeutet.

Da eine Spende des Fördervereins in Höhe von 8000 Euro hinzugerechnet werden kann, geht die Verwaltung daher von überplanmäßigen Kosten in Höhe knapp 53 000 Euro aus. Diese Steigerung sowie die hohen Kosten insgesamt verursachten beim Grünen-Rat Michael Haug Bauchgrimmen. Er räumte ein, dass das Projekt „sicherlich pädagogisch und ökologisch wertvoll“ sei. Aber insgesamt koste es auch viel Geld, gab der Grünen-Sprecher zu bedenken. Deshalb gab es in der Gesamtabwägung eine „Zustimmung mit Bauchschmerzen“.

Alfred Reiser (Freie Wähler) hatte sich gefreut, dass Faken geschaffen werden konnten. „Wir freuen uns alle, wenn wir loslegen können“, drückte Bürgermeister Andreas Metz seine positive Haltung zur Umgestaltung aus. Zuvor hatte das Ortsoberhaupt bedauert, dass nur zwei Angebote eingegangen waren, das günstigste aber immerhin von einer örtlichen Firma.

Volle Auftragsbücher

Roland Seeger von der Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung (FFS) aus Hohenahr-Altenkirchen, hatte das Projekt, das in Module aufgeteilt ist, vorgestellt. Vorab ging er auf die Entwicklung auf dem Markt ein: „Die Auftragsbücher sind voll, das hat Auswirkungen auf die Preise“, begründete der Planer die Preissteigerung. Der Gegenwert sei aber, so Steeger, beachtenswert. „Sie werden die erste Schule in Baden-Württemberg haben, die den Begriff Forscherhof auch verdient“, formulierte der Fachmann in Richtung Gemeinderäte. Ein naturnah ausgerichtetes Konzept werde umgesetzt, führte der Planer aus. Man habe, so Roland Steeger, nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen geplant. Auch die aktuell vieldiskutierte Biodiversität – biologische Vielfalt – komme im Konzept zum Tragen. „Sie sind auch hier ganz vorne dabei“, lobte der Fachmann die Ilvesheimer Entscheidungsträger.

„Der Schulpausenhof sollte mehr sein als eine unstrukturierte Fläche ohne Grün“, ist auf der Homepage der Fachbüros FFS zu lesen. Denn naturnah geplante und umgesetzte Schulhöfe würden in hohem Maße die Neugierde und den Forscherdrang der Schüler ansprechen. Das fördere die nachhaltige Lust am Lernen sowie die Basiskompetenzen der Grundschulkinder. Die Landschaftsgärtner haben jetzt grünes Licht für vier von insgesamt sieben Modulen. Es handelt sich dabei um den Eingangsbereich mit einem neuen Fahrradabstellplatz, einen zentralen Bereich mit einem kleinen Marktplatz und Spielzone, einer kleinen Bühne und einem barrierefreien Zugang nebst einem grünen Klassenzimmer. Der Förderverein finanziert die Hochbeete. Die restlichen Module könnten ab 2023 folgen. Hierfür sind weitere 130 000 Euro veranschlagt.