Ilvesheim

Menschen in der Metropolregion Ilvesheimerin kümmert sich um die Fellfrisuren von Katzen, Hunden und Pferden

Frisörin mit tierischen Kunden

Archivartikel

Ilvesheim.Der Boden ist von schwarzen lockigen Haaren bedeckt, und mit lautem Sirren gleitet der Rasierapparat durch das Fell von Peps. Scheinbar hochkonzentriert und ohne die kleinste Bewegung steht der Pudelschnauzer auf einem Frisörtisch und lässt Tierfriseurin Katharina Bähr ihrem Handwerk nachgehen. Ein Haaröl auf dem Fell unterstreicht das Endergebnis. Vor Freude mit dem Schwanz wedelnd nimmt Peps ein Leckerli entgegen: „Das hast du ganz toll gemacht“, lobt die 29-Jährige ihren Kunden.

Katharina Bährs Klientel steht in der Regel auf vier Beinen: Sie arbeitet als mobile Tierfrisörin und kümmert sich um die Haarpracht von Hunden, Katzen und Pferden. Anders als beim Tiersalon kommt sie zu ihren Kunden nach Hause. Das ist vor allem für mobilitätseingeschränkte Kunden – Besitzer sowie Tiere – ein großer Vorteil. Die Tiere seien zuhause einfach viel entspannter als in einer neuen Umgebung, in der alles ungewohnt riecht, meint Bähr.

Begonnen hat ihre Laufbahn, als sie zwei Kater aus schlechter Haltung übernahm und der Salon vor Ort geschlossen war. Das Fell war so verfilzt, dass keine Bürste mehr half und sie zum Rasierer greifen musste.

Ihr Pferd hatte die gelernte Krankenschwester auch schon immer selbst geschoren. Und so reifte 2015 die Idee, sich selbstständig zu machen. Sie machte nicht nur ihr Hobby zum Beruf, sondern beschäftigte sich auch mit Themen, mit denen sie sich sonst nie auseinandergesetzt hätte: Logo-Gestaltung, das Design der eigenen Website, Buchhaltung oder Anmeldung beim Gemeindeamt sind nur ein paar der Herausforderungen, die sie zu meistern hatte. „Ich bin sehr stolz auf das, was ich erreicht habe“, erzählt Bähr.

Doch warum brauchen die Haustiere überhaupt einen Frisör? „Bei den Hunden hauptsächlich der Überzüchtung wegen“, erklärt die 29-Jährige. Wenn lange Haare optisch schöner sind, heißt das nicht, dass dem Tier damit immer ein Gefallen getan wurde. Außerdem unterstützt eine Fellkürzung den Wechsel vom Sommer- auf das Winterfell und umgekehrt. Aus diesen Gründen sollten die Vierbeiner von verfilztem Fell, Zecken und Flöhen mit einer Schur befreit werden.

Bei Katzen ist das Ganze schon etwas haariger, denn diese lassen sich nicht immer so bereitwillig frisieren. Diese anspruchsvolle Kundengruppe hinterlässt gerne mal Spuren auf der Haut der 29-Jährigen. „Wegen der ganzen Kratzer an meinen Armen darf ich vor der anstehenden Hochzeit drei Monate lang keine Katzen mehr behandeln“, berichtet Bähr lachend. Und aus ihrer Erfahrung als Krankenschwester weiß sie, dass ein Katzenbiss durchaus auch gefährlich werden und sich entzünden kann.

Pferde vor allem im Winter

Weniger gefährlich, dafür umso kreativer ist die Arbeit mit Pferden. Diese brauchen im Winter eine neue Frisur – und das hat einen gesundheitlichen Grund. Wenn Pferde im Winter schwitzen und ihr Fell nass bleibt, besteht die Gefahr, dass sie sich erkälten. Je kürzer das Fell ist, desto schneller trocknet es. Hinzu kommt der modische Aspekt: Da kennt die Fantasie der Pferdebesitzer offenbar keine Grenzen. Von Zebra-Mustern bis hin zu Einhorn-Motiven erscheint der Tierfrisörin inzwischen nichts mehr skurril.

Für die Zukunft wünscht sich Katharina Bähr ihren eigenen Salon im Keller ihres Hauses. Ein rückenfreundlicher höhenverstellbarer Tisch, sowie ein Ort zum Baden der Tiere wären weitere Annehmlichkeiten, die sich dadurch ergeben würden. Doch mobil möchte Bähr immer bleiben: „Auch Kunden, die zum Beispiel im Rollstuhl sitzen oder Tiere, denen beim Autofahren schlecht wird, möchte ich weiterhin besuchen“.

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