Ilvesheim

Ilvesheim Bei Trauerfeier wird das Lebenswerk von Altbürgermeister Otto Trapp gewürdigt

„Für die Gemeinde bleibende Verdienste erworben“

Archivartikel

„Ich glaube, die wenigsten von uns hätten je gedacht, dass es einmal so kommen würde. Dass eine heimtückische Krankheit diesen starken, unbeugsamen Willen brechen könnte. Dass dieser sportliche Mann mit der eisernen Disziplin sich wehrlos seinem Schicksal ergeben müsste“. Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz fand große Zustimmung bei seiner Trauerrede, die er am Mittwoch zu Ehren des verstorbenen Altbürgermeisters Otto Trapp hielt.

In der voll besetzten Trauerhalle auf dem Friedhof Mitte wurden der Mensch Otto Trapp und sein Lebenswerk gewürdigt. Trapp war vor einer Woche im Alter von 92 Jahren gestorben. Er leitete von 1963 bis 1991 verantwortungsvoll und mit großem Weitblick die Geschicke der Gemeinde Ilvesheim.

„Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die schmerzt“. Nachdem das Orgelspiel von Dieter Kegelmann verklungen war, gedachte Pfarrer Veit Rutkowski in seiner Ansprache dem Verstorbenen. Am 12. Juli 1926 in Mannheim geboren, habe Otto Trapp (kleines Bild) nach dem Besuch der Schule ab 1941 auf dem Rathaus in Ilvesheim eine Lehre aufgenommen. Die Wehrmacht rief ihn im Jahre 1943. Erst 1949 war Otto Trapp aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt. Noch im selben Jahr nahm er seine Tätigkeit bei der Gemeinde Ilvesheim wieder auf. Im Mai 1957 heiratete er. Mit seiner Ehefrau Maria freute er sich über drei Kinder sowie drei Enkel.

Bis zu seinem 90. Lebensjahr war der Verstorbene noch sehr fit, wandte sich Pfarrer Rutkowski der sportlichen Seite des Otto Trapp zu. Beim Wandern, Radfahren oder Schwimmen war er seinen Mitmenschen immer um ein paar Nasenlängen voraus. Wichtig war ihm, so der Pfarrer, die Gemeinde Ilvesheim gewissenhaft und engagiert zu leiten. „Eine ganz besondere Rolle spielte die Familie. Sie hat ihm den Rücken gestärkt“, ließ Rutkowski wissen. Aber auch für die Musik hatte Otto Trap Leidenschaft entwickelt. So hat er viele Jahre in St. Peter Gottesdienste auf der Orgel begleitet.

Fleiß und Disziplin

Bürgermeister Andreas Metz lobte den Fleiß und die Disziplin seines Vor-Vorgängers. Im Jahre 1963 wurde der Ratsschreiber Trapp erstmals zum Bürgermeister der Insel-Gemeinde gewählt, um in den Jahren 1971 und 1983 jeweils unangefochten bestätigt zu werden. „Pflichtbewusstsein, Ordnung, Fleiß und Disziplin waren in Otto Trapps Leben sehr wichtig und die Leitlinien seiner Handlungen waren stets das Wohl seiner Gemeinde“, skizzierte Metz Eigenschafen des Verstorbenen.

In Trapps Amtszeit wandelte sich Ilvesheim von kleinen Bauern- und Arbeiterdorf zu einer modernen und attraktiven Wohngemeinde, blickte Ortschef Metz zurück. Unter Trapps Regie entstanden wichtige Infrastruktureinrichtungen (wir berichteten am Dienstag, 30. Oktober). Und mit ihrem Bürgermeister Otto Trapp haben sich Ilvesheimer Anfang der 70er Jahre erfolgreich den Eingemeindungsversuchen der Stadt Mannheim widersetzt.

„Als Leiter der Gemeindeverwaltung war Otto Trapp ein Chef der alten Schule“, so Andreas Metz weiter. Er erwartete von seinen Mitarbeitern Leistung und Disziplin bei der Erfüllung ihrer Pflichten – so wie er es vorlebte. „Für unsere Gemeinde hat er sich als Bürgermeister bleibende Verdienste erworben“, so das Fazit des aktuellen Ortschefs.