Ilvesheim

Ilvesheim Neckar-Cup der Spielvereinigung fällt wegen Corona-Pandemie aus / Organisatoren machen direkt Termin für das nächste Jahr fest

Handballer nehmen Absage sportlich

Archivartikel

Er ist weit über Ilvesheim hinaus bekannt: der Neckar-Cup. Doch wie viele andere Veranstaltungen ist auch das beliebte Handball-Turnier in der Inselgemeinde wegen der Corona-Pandemie gestrichen worden. Eigentlich hätte das Freiluft-Ereignis wie jedes Jahr Ende Juni im Neckarstadion stattfinden sollen – organisiert von der Handballabteilung der Spielvereinigung Ilvesheim. Die Vereinsmitglieder haben die Situation aber sportlich genommen und gleich einen neuen Termin ausgemacht. Der nächste Neckar-Cup wird zwischen Freitag, 25., und Sonntag, 27. Juni 2021, über die Bühne gehen.

Damit ist die 30. Ausgabe des renommierten Turniers einfach um ein Jahr nach hinten verschoben worden. Anlässlich dieser runden Zahl hatten die Veranstalter einige Überraschungen geplant. „Das trifft uns sehr hart – sportlich, aber auch finanziell“, sagt Pinar Karacinar-Gehweiler, Vorsitzende der Spielvereinigung im Gespräch mit dieser Redaktion. Die zusätzlichen Überraschungen und Angebote wolle man aber auch – so gut es geht – im nächsten Jahr anbieten.

Ärgerlich sei die Absage zunächst auch deshalb gewesen, weil vieles schon geplant und bestellt gewesen sei. „Wir hatten so etwa 80 Prozent schon organisiert“, berichtet Oliver Grimm, Leiter der Handball-Abteilung. Darunter fallen auch die Bestellungen von Getränkewagen, Zelten und anderer Ausrüstung.

„Ein eingespieltes Team“

Die Verlegung habe zwar einiges an Organisation mit sich gebracht, sei aber insgesamt sehr reibungslos vonstattengegangen, so Dennis Neumann, Organisator des Turniers. „Wir sind sowohl innerhalb des Vereins als auch mit den Partnern außerhalb schon ein sehr eingespieltes Team. Deshalb hat das gut funktioniert.“ Ein Vorteil sei gewesen, dass man das Turnier nicht in den Herbst verlegt habe, sondern 2021 den Gast-Mannschaften wieder genau dasselbe Zeitfenster anbieten, nämlich Ende Juni, könne. „Im Herbst ist das Wetter zu instabil, außerdem geht dann die reguläre Saison bereits wieder los, so dass es mit Sicherheit zu Terminüberschneidungen gekommen wäre“, sagt Abteilungsleiter Grimm.

Laut Grimm haben schon 25 Prozent der Vereine die Bereitschaft signalisiert, auch 2021 wieder dabei zu sein. Das gibt ihm Anlass zum Optimismus, den auch Organisator Neumann teilt. „Ich gehe davon aus, dass wir das Turnier voll bekommen werden.“

Insgesamt drei Tage dauert das Ereignis, an dem zwischen 130 und 150 Teams aus der Region teilnehmen. Unter anderem die Handballer aus Seckenheim, Friedrichsfeld, Heddesheim, aber auch eine große Gruppe der Handballabteilung des SV Waldhof Mannheim sind dabei. Den Auftakt zur Veranstaltung macht die mittlerweile Ortsmeisterschaft. Dabei messen sich die Handball-Laien miteinander, so zum Beispiel die Gemeinderäte oder die Feuerwehr. Am Samstag und Sonntag treten dann die verschiedenen Mannschaften gegeneinander an. Dafür wird unter anderem der große Kunstrasenplatz im Neckarstadion in mehrere kleine Felder unterteilt.

Alles in allem sind während dieser Tage bis zu 3500 Menschen auf dem Gelände unterwegs – eindeutig eine Großveranstaltung. „Auch deshalb ist klar, dass das Turnier in diesem Jahr nicht stattfinden kann“, so Bürgermeister Andreas Metz. Laut Verordnung des Landes sind Großveranstaltungen bis zum 31. August untersagt. Metz bedauert die Absage dennoch sehr: „Gerade, wenn man sich anschaut, wie viel ehrenamtliches Engagement da drin steckt, ist diese – im Grunde ersatzlose – Absage sehr bedauerlich.“

Und auch Organisator Neumann sieht die Probleme, die mit der Absage einhergehen. „Viele unserer Sponsoren sind kleinere Unternehmen, die es im Moment nicht leicht haben. Wir hoffen sehr, dass sie uns trotz der aktuellen Situation erhalten bleiben.“

Sportlich gibt es aber trotz Corona-Pandemie etwas Positives zu vermelden – und zwar von den Handballerinnen. Sie steigen trotz des Saison-Abbruchs aus der Landes- in die Verbandsliga auf. Die Meister der einzelnen Ligen wurden per Quote ermittelt und die Damenmannschaft der Spielvereinigung rückte so auf Platz eins vor. Abteilungsleiter Grimm: „Das ist eine schöne Nachricht in diesen schwierigen Zeiten, denn so wurden die Spielerinnen für ihren Einsatz belohnt.“

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