Ilvesheim

Ilvesheim Der 19-jährigen Julia Weiss (SPD) gelang überraschend der Einzug in den Gemeinderat

„Ich will mich für die Jugend einsetzen“

Der Einzug von Julia Weiss für die SPD in den Ilvesheimer Gemeinderat war schon eine Überraschung. Die 19-Jährige startete auf Platz 6 und landete mit 1102 Stimmen auf Platz 3. Zehn Stimmen trennten sie von Rang 4, auf dem Dieter Werner Bühler (Listenplatz 9) landete. Überholt hat sie Dieter Gustav Bühler, der auf Platz 5 startete. Julia Weiss hat nicht nur den Sprung ins Kommunalparlament von Listenplatz 6 geschafft – sie hat dabei auch die beiden arrivierten Gemeinderäte Dieter G. Bühler und Dieter W. Bühler überholt, respektive hinter sich gelassen.

Und das bei einer Persönlichkeitswahl, bei der Julia Weiss als junge Kandidatin einen eher geringeren Bekanntheitsgrad vorweisen konnte. SPD-Fraktionssprecher Rolf Sauer rang bei der jüngsten Verabschiedung von Gemeinderäten, darunter drei aus seiner Fraktion, immer noch nach Worten, wie er bekannte. Die SPD hatte zwei Plätze verloren und musste sich zudem von zwei bekannten Räten trennen. Das bedeutete aber nicht, dass er Julia Weiss den Erfolg nicht gegönnt habe. Schließlich hat er bei ihr ja das Interesse für eine Kandidatur geweckt.

Dramatische Auszählung

„Die Auszählung war dramatisch, am Ende haben sich aber alle mit mir gefreut“, blickt Julia Weiss zurück. „Ich will mich im Gemeinderat im Interesse von jungen Bürgern engagieren“, gibt sie ein Ziel aus. Das Interesse an der Politik kam bei ihr nicht erst gestern. Zwar ist kein Familienmitglied in der Kommunalpolitik tätig, „doch der Vater ist politisch interessiert“, wie Julia Weiss verrät. In Gesprächen wurde ihr schnell klar, dass man Dinge nur verändern könne, wenn man sich politisch engagiere. Die SPD sei dabei ihre Heimat, weil sie hier ihre Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit und den Einsatz für die Arbeitnehmer verwirklicht sieht.

In diesem Jahr hat Julia Weiss am Gymnasium in Wieblingen ihr Abitur bestanden. Das anvisierte Studium zum Marketing-Management soll sie aber nicht an der Wahrnehmung ihres Mandats hindern, ist Julia Weiss fest entschlossen die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Schließlich will sie Jugendthemen vorantreiben und sich vor allem für das Kombibad einsetzen. „Diese Freizeiteinrichtung ist sehr wichtig. Sie macht eine Kommune auch attraktiv“.

Die neue Gemeinderätin kann sich Ilvesheim ohne eine solche Einrichtung nicht vorstellen. Schließlich hatten die Bürger jahrzehntelang ein Frei- und ein Hallenbad, ergänzt die Sozialdemokratin. Nur ein neues Freibad ist ihr deshalb zu wenig. Julia Weiss will dazu beitragen, dass die Bürger das ganze Jahr über ein Bad aufsuchen können. Zudem sollen die DLRG und andere Vereine weiterhin die Gelegenheit haben, Kindern das Schwimmen zu lehren, nennt Julia Weiss ein weiteres Argument.

Loblied auf Vereine

Die ehrenamtliche Arbeit am Beckenrand ist für Julia Weiss ebenso wichtig, wie die im Neckarstadion oder in der Neckarhalle. „Allgemein muss man Vereine fördern“, lässt die junge Gemeinderätin keine Zweifel an ihrer Haltung gegenüber Ehrenamtlichen aufkommen. „Die Gemeinde lebt von den Ehrenamtlichen“, betont Julia Weiss die Bedeutung dieses Personenkreises. Ein Loblied auf die Ilvesheimer Vereine.

Apropos: Julia Weiss verstärkte früher den Kinder- und Jugendchor des MGV Aurelia Ilvesheim. Heute singt sie bei den Happy Singers. Und sie übt sich in Selbstverteidigung und Yoga. Auch das Kickboxen zählt zu den Leidenschaften der zierlichen Rätin. Anwenden möchte sie die Kampfsportart aber nicht, sie will sich lieber verbal durchschlagen und schlagkräftige Argumente finden für die Jugendlichen, das Kombibad und die Vereine.