Ilvesheim

Ilvesheim Im Elternhaus des 33-jährigen Gemeinderats Felix Scheffer (Grüne) ist Kommunalpolitik seit Jahren ein Thema

In die Fußstapfen der Mutter getreten

„Vor 15 Jahren hat mich eine Mitarbeiterin des Mannheimer Morgen für ein Gespräch besucht“, erinnert sich Helga Zühl-Scheffer bei der Begrüßung des Redakteurs. Da schrieb man das Jahr 2004, als die Diplom-Sozialpädagogin als Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in den Ilvesheimer Gemeinderat einzog. Zum 31. August 2016 legte Helga Zühl-Scheffer aus familiären Gründen das Ratsmandat nieder. Seit der Kommunalwahl im Mai dieses Jahres ist wieder ein Mitglied der Familie Scheffer im Ilvesheimer Kommunalparlament. Sohn Felix Scheffer holte 1484 Stimmen. Er rutschte zwar von Listenplatz 3 auf 5. Aber sein Ergebnis reichte, um in die Fußstapfen der Mutter zu treten.

So galt der Besuch des Redakteurs im Haus der Familie nicht der Mutter, sondern deren Sohn Felix, einem von insgesamt sieben neuen Gemeinderäten in Ilvesheim. Dem selbstständigen IT-Berater wurde von der Mutter die Kommunalpolitik quasi in die Wiege gelegt. Doch nicht nur diese. „Ich bin von klein auf mit der Politik im Allgemeinen aufgewachsen“, blickt der 33-Jährige zurück. „Beim Abendessen gab es zuweilen wilde Diskussionen“, verrät der Grünen-Rat.

Dabei zeigt sich die Mutter durch und durch grün. Der Vater, der Politik studierte, hat seine eigene Meinung. Doch die deckt sich nicht immer mit den Vorstellungen der Grünen, berichtet Felix Scheffer. Aber auch Vater Hans-Peter bringt sich bei den Grünen ein. Beispielsweise hilft er, das Bücherregal vor dem Rathaus zu verwalten. Alt-Gemeinderätin Helga Zühl-Scheffer führt aktuell als Vorsitzende den Ilvesheimer Grünen-Ortsverband.

Nicht lange gezögert

„Solange die Mutter im Gemeinderat war, wollte ich da nicht rein“, bekennt Felix Scheffer. In diesem Jahr war der Weg frei und er zögerte nicht lange, als ihn die Mutter nach der Bereitschaft für eine Kandidatur fragte. So ganz unbefleckt trat der 33-Jährige diese nicht an. „Ich habe zwölf Jahre mitbekommen, was die Gemeinderats-Tätigkeit bedeutet“, gibt er an. Zudem habe er sich schon vor dem Einzug ins Kommunalparlament im Ortsverein engagiert. Als technisch versierter Mensch betreut er neben anderem die Homepage.

Nicht nur die Kommunalpolitik, auch die grüne Bundespolitik sieht in Felix Scheffer einen Verfechter und Interessenten. Gerne würde er an der großen Politik schnuppern. Eine Bundesdelegiertenkonferenz, oberstes Beschlussorgan der Partei Bündnis 90/Die Grünen, würde ihn reizen. Strebt der Gemeinderat nach Höherem? Die Frage lässt er unbeantwortet. Dem Abitur im Jahre 2005 ließ Felix Scheffer ein Informatik-Studium folgen. Seit knapp zehn Jahren bringt er sein Wissen bei Firmen ein. Er entwickelt Programme, setzt diese um, berät und konzeptioniert. Da wundert es nicht, dass er die Digitalisierung im Rathaus nebst einem Ratsinformationssystem vorantreiben möchte. Sein Ziel ist dabei die Übertragung von Ratssitzungen im Internet.

Finanzen im Blick

Als Gemeinderat will Felix Scheffer auf jeden Fall mehr als ein Auge auf die Finanzen werfen. „Die Gemeinde soll langfristig handlungsfähig sein, damit künftige Generationen noch gestalten können“, setzt sich der Neue für einen schonenden Umgang mit dem Geld ein. Aus diesem Grund lehnt er auch das Kombibad ab. „Das ist finanzpolitischer Selbstmord“, sagt er. „Aber wir Grünen kämpfen für ein Freibad“, schlägt er eine Alternative für Freizeitaktivitäten vor. „Das Projekt ist an und für sich schwierig“, äußert er sich zum geplanten Kombibad. Und er hofft, dass sich der Rat auf ein Freibad verständigen kann.

Auch wenn die Freizeit durch das Ratsmandat knapper wird, will Felix Scheffer dem Fußball treu bleiben: als Freizeitspieler bei der Spielvereinigung Ilvesheim und als Jugendtrainer aktuell beim ASV Feudenheim. Hier wie da wünscht sich der 33-Jährige einen respektvollen Umgang miteinander.