Ilvesheim

Ilvesheim Freie Wähler präsentieren die Notfalldose / Verkauf in den Apotheken

Informationen kommen aus dem Kühlschrank

Archivartikel

Um die Notfalldose vorzustellen, hatten die Freien Wähler Ilvesheim ins Clubhaus der Spielvereinigung eingeladen. Erfreut zeigte sich Günter Tschitschke über das Interesse von 40 Mitbürgern an der Thematik. Obwohl die Notfalldose bereits 2015 ins Leben gerufen wurde, sei sie nicht in allen Bundesländern eingeführt und auch in der hiesigen Region sei die Verbreitung eher dünn, argumentierte Tschitschke. Somit komme der Einführung der Notfalldose in der Inselgemeinde eine Vorreiterrolle in der näheren Umgebung zu, so Tschitschke weiter.

Die Notfalldose beinhaltet Aufkleber und ein Dokument, auf dem wichtige Informationen, wie einzunehmende Medikamente, Allergien, Vorerkrankungen, Kontaktdaten und weitere Besonderheiten des Patienten vermerkt werden. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollte das Infoblatt mit einem Bild versehen werden. Die Dose wird in der Kühlschranktür aufbewahrt.

In einem Notfall sollen die Daten Einsatzkräften nützliche Informationen liefern. Ein beschrifteter Aufkleber, an der Wohnungstür angebracht, informiert über das Vorhandensein einer Notfalldose. Dosen können ab sofort in der Schloss- und Nordapotheke in Ilvesheim für jeweils zwei Euro erworben werden. Den Erlös stiften die Freien Wähler an einen sozialen Zweck.

Sandra Stickel, leitende Notärztin, unterstrich die Bedeutung der Anschaffung. Sie war bei vielen Wohnungsöffnungen dabei und in vielen Fällen wären die Informationen sehr nützlich gewesen. Sehr wichtig seien der Medikamentenplan und das Vermerken der Vorerkrankungen, auch hinsichtlich Wechselwirkungen von Arzneien, informierte Ärztin Stickel weiter. Die Ärztin Jeannette Hoang-Böhm empfahl eine zusätzliche Notfalldose im Auto bzw. beim Motorradfahren mitzuführen.

Andreas Zimmermann, Notfallsanitäter der Johanniter, bedauerte, dass das Notfalldosenkonzept noch nicht stärker verbreitet sei. Als Erstversorger sei es für ihn in den ersten Minuten bei einer Notfallversorgung sehr schwierig über den Patienten etwas in Erfahrung zu bringen. Rainer Metz gilt als Ideengeber der Aktion „Notfalldose in Ilvesheim“. Auslöser war ein Gespräch mit seiner Frau zu Maßnahmen im Notfall. Ihm wurde dabei bewusst, wie wenig er auf eine Notfallsituation vorbereitet sei. Durch Zufall erhielt er von einem Bekannten Informationen zur Notfalldose.

Laura Weihrauch, Johanniter-Kundenmanagement Notrufdienste, bestätigte ebenfalls, dass die Notfalldose sinnvoll ist. Als erste erwarb Oberärztin Nicole Geiger für ihre Mutter eine der 80 Notfalldosen, die am Abend verkauft wurden. fase