Ilvesheim

Ilvesheim Gemeinde sieht sich beim Bienensterben gefordert / Information im Technischen Ausschuss

Insekten eine Heimat bieten

Archivartikel

„Es geht nicht nur um Bienen, sondern auch um Insekten allgemein“. Ilvesheims Bürgermeister Andreas Metz griff bei der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses ein aktuelles Thema auf, das weltweit für Aufsehen sorgt. Das Ortsoberhaupt ließ dabei keine Zweifel daran, dass der Rückgang in den Bienvölkern vor Ort bekämpft werden kann und sollte. Es sei wichtig, so Metz, dass man in der Bevölkerung eine entsprechende Bewusstseinsbildung fördere und auch Möglichkeiten aufzeige, wie jeder seinen Beitrag dazu leisten könne.

„Die Gemeinde selbst ist als Grundstückseigentümer natürlich auch gefragt und sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen“, sieht Metz die Kommune in der Pflicht. Er ließ aber nicht unerwähnt, dass die Gemeinde noch andere Aspekte bei der Unterhaltung ihrer Grundstücke zu berücksichtigen habe – wie beispielsweise die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Diese Pflichterfüllung, die zuweilen auch Fällungen erfordere, sei aber nicht für jeden nachvollziehbar, weiß Metz auch um kritische Einwände.

Der Natur freien Lauf lassen

„Manche Grünanlagen haben aber auch eine Funktion (zum Beispiel Dämme oder Rückhaltebecken) und müssen daher entsprechend unterhalten werden“, führte Metz aus. Amtsleiter Pascal Tholé bestätigte, dass Bürger zuweilen mit Unverständnis reagierten. So in etwa, wenn insektenfreundliche Bereiche angelegt würden, sprich der Natur zum Großteil freien Lauf gelassen würde. „Es sehe nicht immer so aus, wie manche es möchten“, fasste Tholé Kritik in Worten. Die Gemeinde, so Metz, habe bereits vor Jahren an verschiedenen Grünflächen den Versuch unternommen, durch entsprechende Saatmischungen Grüninseln anzulegen, die Insekten Heimat böten. Ein Streifen befinde sich auf der Seckenheimer Straße auf der Höhe des Friedhofs.

Aktuell prüft die Verwaltung die Standorte beim Baumlehrpfad und Versickerungsbecken für Bienweiden. Eine weitere große Gestaltungsfläche biete der sogenannte Sommerdamm, der keine Dammfunktion mehr habe, so dass die Flora dort durchaus auch umgestaltet werden könne, informierte Andreas Metz. Ende Juni sollen die in Frage kommenden Flächen besichtig werden. Mit dabei sind dann Vertreter des Landschaftserhaltungsverbands Rhein-Neckar, des Bauamts und des Bauhofs. In der TA-Sitzung wurde zudem darauf hingewiesen, dass auch jede Privatperson seinen Beitrag zur Bienen- und Insektenvielfalt leisten könne. Mit Sorge betrachtete der Bürgermeister die steigende Zahl von Steingärten.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft klärt auf seiner Homepage über bienenfreundliche Pflanzen auf. Interessenten können in einem Pflanzenlexikon blättern. Bundesministerin Julia Klöckner informiert darüber, dass alle Insekten, die bestäuben, mit zu den wichtigsten Tieren für die Landwirtschaft gehörten. Denn 80 Prozent der Pflanzen müssten bestäubt werden. Die TA-Mitglieder begrüßten unisono das Engagement der Kommune in diesem Bereich. Sie gaben ferner den Rat, die Bürger für die Thematik zu sensibilisieren.