Ilvesheim

Ilvesheim Fraktionssprecherin Katharina Kohlbrenner (CDU) drängt auf die Beteiligung junger Bürger am kommunalen Geschehen

„Jugendliche ins Boot holen“

Archivartikel

„Wir wundern uns, dass das Engagement nicht so in der Bevölkerung gewürdigt wurde.“ Vier Monate nach der Kommunalwahl sorgt deren Ausgang bei Katharina Kohlbrenner immer noch für das eine oder Fragezeichen – zumal die CDU-Fraktion „mit Dominik Dieter einen kompetenten Kollegen verloren hat,“ wie die Fraktionssprecherin im Gespräch mit dem „MM“ betont. Die Christdemokratin hat aber den Verdacht, dass „lokale Themen nicht in die Wahlentscheidung miteinbezogen wurden.“ „Die Grünen profitierten vom bundesweiten Aufschwung,“ erklärt sie sich das gute Abschneiden der Ökopartei. Die Volksparteien, wie die CDU und die SPD, wurden unabhängig von Inhalten vom Wähler abgestraft, führt Kohlbrenner weiter aus. Die Freien Wähler, die stärkste Kraft in Ilvesheim geblieben sind, hätten von diesem Trend profitiert, ist sich die CDU-Rätin sicher.

Weil bei der Wahl überregionalen Tendenzen mehr Gewicht eingeräumt wurde, habe man auch keine Antwort in Sachen Kombibad erhalten, analysiert die Fraktionschefin. Das Ergebnis sei ein Patt, blickt die Sprecherin auf die Situation, die sich nach dem Urnengang ergeben hat. Neun Nein-Stimmen von CDU und Grünen stehen neun Ja-Stimmen von Freien Wählern und SPD gegenüber. Die große Verantwortung liege beim Bürgermeister: „Seine Stimme kann entscheiden.“ Die hohe Investitionssumme sieht Kohlbrenner als Problem beim Bad. Für eine Finanzierung brauche man Kooperationspartner oder größere Fördermöglichkeiten, so die Sprecherin.

„Wir kriegen alles hin“, befindet sie. Doch dann müsse man massive Einbußen in anderen Bereichen und bei Einrichtungen hinnehmen. „Wenn wir das Bad eindampfen, dann werden Mittel frei für Sanierungen,“ ist für sie die Krux. „Die Konsequenz, eine Mehrzweck- oder Neckarhalle nicht sanieren zu können, will die CDU nicht tragen,“ begründet sie die Ablehnung des Projekts. Das Bad hängt bei der CDU unweigerlich mit dem Thema Finanzen zusammen, wird beim Gespräch klar. In diesem Bereich pocht die CDU auf ihren Antrag, jährlich 200 000 Euro einzusparen.

Zukunftswerkstatt Digitales

Auf der Agenda der Christdemokraten steht auch die Digitalisierung. „Es geht nicht nur um Hardware, es geht darum, Entwicklungen nicht zu verschlafen“, macht sich Katharina Kohlbrenner für diesen Bereich stark. Dabei bringt sie ein Ratsinformationssystem oder eine Zukunftswerkstatt Digitales ins Gespräch. In letzterer sollten Verwaltung und Bürger an Lösungen arbeiten, die der Gemeinde nützen, stellt sich die Gemeinderätin vor. „Wir werden auch nicht um Klimaschutz herumkommen“, nennt sie ein weiteres Thema, das die CDU ebenso wie den Gemeinderat beschäftigen wird. Eine Facette davon sei die Mobilität. Das Radfahren sei, so Kohlbrenner, praktizierter Klimaschutz auf lokaler Ebene. „Wir können Angebote machen, um Bürger aufs Rad zu bekommen“, erkennt sie Chancen in der Kommune. Das Radwegenetz soll deshalb verbessert werden, ebenso auch das Angebot des ÖPNV. Bei allem muss man aber auch die Kosten berücksichtigen, sieht Kohlbrenner ebenso Grenzen.

Die Jugendbeteiligung ist der CDU ein weiteres wichtiges Anliegen. Hintergrund ist die Gemeindeordnung, die fordert, dass Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, beteiligt werden. „In Ilvesheim ist ein Anfang gemacht“, blickt die CDU-Rätin auf entsprechende Aktivitäten. Sie verschwiegt dabei auch nicht, dass es sich um ein schwieriges Thema handle. „Aber wir müssen dranbleiben und immer wieder versuchen, die Jugendlichen ins Boot zu holen“, will sie hier nicht locker lassen.

„Sehr wichtig“ ist der CDU-Fraktionssprecherin auch, dass der Dammaufweg in der Dammstraße wieder hergerichtet wird. Am Donnerstag, 26. September, steht der Antrag von CDU und SPD auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Da könnte ein Wunsch in Erfüllung gehen.