Ilvesheim

Ilvesheim Konzert der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis in der Heinrich-Vetter-Stiftung ausverkauft

Junge Musiker glanzvoll solo und im Duo

Archivartikel

Es war kein Platz mehr frei, als der Vorsitzende der Kulturstiftung und Dezernent für Verwaltung und Schulen beim Rhein-Neckar-Kreis, Ulrich Bäuerlein, die beiden Künstler eines Nachmittagskonzertes im Salon der Heinrich-Vetter-Stiftung (HVS) präsentierte. Zum dritten Mal stellten die beiden Stiftungen im Vetterschen Wohnhaus, heute HVS-Verwaltungssitz, junge Musiker vor. Die beiden Nachwuchskünstler, Charlotte Stickel (Viola) und Jeremias Hilschmann (Klavier), ließen im voll besetzten Saal rasch erkennen, warum sie den Bundespreis bei „Jugend musiziert“ gewinnen konnten.

Schon zum Auftakt des Programms überzeugte Charlotte Stickel und Jeremias Hilschmann als Duo mit Johann Nepomuk Hunmels frischer Sonate für Klavier und Viola in Es-Dur und mit Robert Schumanns Opus 70 in den Sätzen Adagio sowie Allegro. Mit ihrer Viola stellte sich dann Charlotte Stickel als Solistin vor.

Geigerin ist gefordert

Die anspruchsvolle Passacaglia in c-moll aus den Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz von Biber, einem Violinvirtuosen des 17. Jahrhunderts, verlangte ein hohes Maß an Fingerfertigkeit und bot für die junge Geigerin Gelegenheit sich auszuzeichnen. Denn Bibers Musik benötigt viel Aufmerksamkeit und Konzentration, spielt mit inspirierten Überraschungsmomenten und fordert die Musikerin nicht nur manuell, sondern auch gestalterisch. Bibers Sonate wurde von Charlotte Stickel frisch und unverbraucht dargeboten.

Nach der Pause erwartete die musikinteressierten Besucher beste Klaviermusik. Jeremias Hilschmann setzte sich an den Bechsteinflügel und spielte Johannes Brahms Opus 116, die Abschnitte 1, 2 und 7. Besonders das finale Allegro agitato in d-moll konnte mitreißen. Nicht weniger fordernd war die Sonate Opus 57 in f-moll Nr. 23 von Ludwig van Beethoven. Mit viel Engagement und voluminösen Akkorden ließ der Pianist das hundertjährige Instrument aufbrausen, bewältigte die Sätze Allegro assai, Andante con moto und Allegro ma non troppo mit viel Leidenschaft. Die Begeisterung der meist betagten, aber sachkundigen Zuhörer war, nicht nur bei den bekannten Passagen, sehr groß.

Zu Beginn war sowohl die Aufgabenstellung der Kulturstiftung Rhein-Neckar-Kreis als auch die Arbeit der Ilvesheimer Vetter-Stiftung vorgestellt worden. Während die Kulturstiftung als Verein, die kulturellen Aktivitäten des Landkreises in vielfältiger Weise in den Bereichen Literatur, Musik und Bildende Kunst, Lesungen, Symposien, Künstlerforen und Diskussionsrunden, Ausstellungen, Konzerte kammermusikalischen Inhalts und Open-Air-Konzerte unterstützt, fördert die Ilvesheimer Stiftung das breite kulturelle und soziale Leben in Mannheim sowie Ilvesheim, aber insbesondere Bildungsmaßnahmen an Schulen, Hochschulen und der Universität Mannheim.