Ilvesheim

Ilvesheim „Ann-Kathrin I. aus der Asche des Phönix“ regiert in dieser Kampagne die Insulana-Narren

„Karneval ist eine Auszeit vom Alltag“

Einmal im Leben Prinzessin sein, Diener herumscheuchen und Ballkleider tragen – dieser Traum vieler kleiner Mädchen ist für die 22-jährige Ann-Kathrin Reuter momentan in gewisser Weise Realität. In der Kampagne 2018/2019 regiert und repräsentiert sie unter dem Namen Prinzessin „Ann-Kathrin I. aus der Asche des Phönix“ den Karnevalverein Insulana Ilvesheim.

Zum Karneval gekommen sei sie schon als kleines Mädchen über den Gardetanz. „Ich habe das wohl irgendwo gesehen und wollte das dann auch machen“, erinnert sie sich dunkel. Bereits vor zehn Jahren, als sie Kinderprinzessin war, war klar gewesen, dass sie „große“ Prinzessin sein wollte. Seitdem hilft sie ihrer Mutter bei der Betreuung des Kinderprinzenpaars – nur in dieser Kampagne setzt sie aus offensichtlichen Gründen aus.

Mutter hat zündende Idee

Ihr Titel „aus der Asche des Phönix“ entlehnt sie aus der beliebten Fantasy-Welt von Harry Potter. Hier nennt der Leiter der Zaubererschule Hogwarts, Albus Dumbledore, einen solchen mystischen Vogel sein eigen. Dieser geht, sobald er stirbt in Flammen auf und wird aus der Asche wiedergeboren. „Wir haben lange überlegt“, gesteht sie. Letztendlich sei es ihre Mutter gewesen, der die zündende Idee kam. „Ich fand, er passte ganz gut, weil ich früher Kinderprinzessin war und jetzt als erwachsene Prinzessin ‚wiedergeboren‘ werde.“

Dabei ist das Prinzessinendasein nicht nur Zuckerschlecken. Ein Besuch beim Friseursalon Biegel in Edingen, der Ann-Kathrins Frisuren sponsort, kann schon mal etwas dauern. „Ich denke heute hat es zweieinhalb Stunden gedauert, bis ich komplett zurecht gemacht war“, meint sie. Insgesamt aus sechs Kleidern könne sie wählen, zwei davon habe sie geschenkt gekommen.

Freundinnen als Ritterinnen

Doch auch die schönen Kleider haben einen Haken. Einige sähen zwar schön aus, seien aber nicht gerade bequem oder praktisch. Es sei es schon mehrfach vorgekommen, dass jemand auf ihrer Schleppe stand – sowohl sie als auch andere. Auch ein Besuch im Badezimmer gestalte sich überraschend kompliziert. Deswegen hat die Prinzessin Ritterinnen, die ihr mit helfender Hand zur Seite stehen. In Reuters Fall seien es ihre besten Freundinnen, mit denen sie von Kinderbeinen an zusammen in der Garde tanzt. „Die darf ich nie wieder ziehen lassen, nach dem was wir zusammen durch gemacht haben“, meint sie lachend. Insgeheim genösse sie aber die Aufmerksamkeit, die ihr zu käme. „Nur das ganze Küsschen verteilen ist etwas viel“, gesteht sie.

Als Kind wollte Reuter noch Modedesignerin werden, nach ihrem Abitur am Lessinggymnasium 2015 aber sahen ihre Pläne anders aus. Erst zog es sie ein Jahr als Au-Pair nach England, danach hieß es ein Jahr Erfahrung in Praktika sammeln und ein wenig Geld verdienen. Schließlich ging es nach Frankfurt am Main, wo sie momentan Public und Non-Profit Management studiert. Anschließend plane sie einen Master im Bereich Eventmanagern, wie sie verrät.

Unter der Woche wohne sie in Frankfurt in einer kleinen Wohnung, am Wochenende fahre sie wieder zurück in die Heimat. So schafft sie es, Studium und das Training für den Gardetanz und ihre Pflichten als Prinzessin unter einen Hut zu bringen. „Es ist ja nicht so weit“, erklärte sie. „Meine Freunde in Frankfurt verstehen glaube ich nicht so ganz was ich hier mache“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Die fänden das wohl süß und ein bisschen komisch.

Neben ihren repräsentativen Aufgaben engagiert sie sich als Prinzessin wohltätig und sammelt Spenden für die Kinder- und Jugendpsychatrie in Heidelberg. Eine ihrer Ritterinen habe wohl in ihrer Amtszeit für das gleiche Projekt gesammelt. Von den Geldern wurde dann kurzerhand eine neue Schaukel gebaut. „Ich fand es schön, wie man gesehen hat, dass mit dem Geld gleich Freude gebracht wurde.“

Auch wenn sie in der Ü15-Garde schon zu den Veteranen zählt, so denkt Reuter noch lange nicht ans aufhören. „Karneval ist mit der ganzen Fröhlichkeit und Ausgelassenheit einfach eine Auszeit vom Alltag“, erklärt sie lächelnd.