Ilvesheim

Ilvesheim Verwaltung erwartet Baugenehmigung 2020

Kombibad bleibt ein Streitfall

Archivartikel

Es ist ein wahrhaftiger Zankapfel: das Kombibad in Ilvesheim. Die Diskussionen des Gemeinderats, aber auch Leserbriefe zu dem Thema, zeigen, wie sehr das Thema die Gemüter erhitzt. Konkret geht es um den Neubau eines kombinierten Frei- und Hallenbades. Derzeit hat Ilvesheim nur ein Hallenbad, das Freibad ist bereits seit einigen Jahren stillgelegt und wird bald abgerissen.

Auch dem Hallenbad geht es nicht sonderlich gut. Die Betriebsgenehmigung muss jedes Jahr neu erteilt werden. „Wir leben hier von Jahr zu Jahr“, sagt Bürgermeister Andreas Metz. Die Verwaltung reicht 2019 den Bauantrag ein, der Hallenbad-Teil soll im besten Fall im Frühjahr 2020 genehmigt werden. Was aus dem Freibad-Teil wird, ist noch nicht klar.

Streit bei Haushaltsberatungen

Die Befürworter des Bades fühlen sich an den Bürgerentscheid und einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats gebunden – beide stammen aus dem Jahr 2015 und beide sind für das Kombibad. Doch der Gemeinderat ist sich seit einiger Zeit nicht mehr einig. Bei den Haushaltsberatungen im März zeigt sich der Konflikt sehr deutlich. Grüne und CDU, beide Gegner , wollen das Bad aus dem Entwurf streichen. Ihnen entgegen stehen die Freien Wähler, die SPD und Bürgermeister Andreas Metz. Sie sind für das Kombibad. Der Haushalt kommt am Ende durch, aber ohne die Stimmen von Grünen und CDU. Sie lehnen ihn ab – weil das Kombibad darin vorkommt.

Im März hofft die Gemeinde noch auf einen Zuschuss aus Berlin. Die schlechte Nachricht kommt im April, die Inselgemeinde geht leer aus. „Die Finanzierung des ersten Bauabschnitts, also des Hallenbades, war ohnehin nicht von der Förderung abhängig“, sagt Metz.

Doch insgesamt wird deutlich: Das Bauvorhaben steht unter keinem guten Stern. Hinzu kommt die – seit der Kommunalwahl – nur noch sehr knappe Mehrheit der Befürworter im Gemeinderat. „Wir brauchen einen Kompromiss“, sagt Metz. Dieser scheint in weiter Ferne, das bekommen alle Beteiligten in der September-Sitzung des Gemeinderats zu spüren. Beim Kombibad sind die Fronten verhärtet.

Im Vergleich zur ursprünglichen Planung hat die Gemeinde bereits Abstriche gemacht. Im Jahr 2018 wollte man das Kombibad noch komplett über Kredite finanzieren – rund 15 Millionen Euro. Die Kommunalaufsicht lehnte dieses Vorgehen damals ab. Im Jahr 2019 ändert die Gemeinde ihr Vorgehen, das Projekt wird in zwei Abschnitte unterteilt. Im ersten wird das Hallenbad realisiert, im zweiten das Freibad. Die Kosten sollen nun mit Rücklagen und Krediten bestritten werden.