Ilvesheim

Kombibad Finanzierung für das Projekt nicht gesichert / Befürworter klammern sich an neuen Haushalt und Zuschüsse aus Berlin

Kommune hofft noch immer

Archivartikel

„Hinter der Finanzierung sind größere Fragezeichen als hinter der Planung“. Bei der Gemeinderatssitzung am 17. Dezember bilanziert Bürgermeister Andreas Metz den Stand des Kombibads. Und dennoch bekundet er im Interview mit dem „MM“, dass er alles versuchen will, das Kombibad zu bauen. Der Grund: Es existiert seit 2015 ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderats für den Neubau eines Kombibads, den ein Bürgerentscheid am 13. Dezember obendrein bestätigt.

Auftraggeber im Rat sind aktuell noch die Fraktionen von SPD und Freien Wähler, die am 17. Dezember für eine modifizierte Planung stimmen und somit einen Schlussstrich unter die Leistungsphase III ziehen. Auch ein Baugenehmigungsverfahren wird mit ihren Stimmen in die Wege geleitet. Die CDU-Fraktion geht diesen Schritt nicht mehr mit. Am 17. Mai steigt sie aus und lehnt das Projekt künftig aus finanziellen Gründen ab. Das kombinierte Hallen- und Freibad mit Kosten in Höhe von 14,6 Millionen Euro kann sich die Kommune nicht leisten, so die Haltung der Christdemokraten. So ist auch die Meinung der Grünen, allerdings von Beginn an.

Kreditaufnahme abgelehnt

Ablehnung erfährt die Kommune auch vom Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises. Das Kommunalrechtsamt versagt der Kommune im Juli die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 15 Millionen Euro. Mit dem Veto der Kontrollbehörde steht die Einrichtung quasi vor dem Aus. Ohne Geldaufnahme kann das Großprojekt nicht geschultert werden. Der Bürgermeister will dennoch nicht die Pläne zerreißen.

Hoffnungen setzt er in den für 2019 neu aufzustellenden doppischen Haushalt. „Er muss so gestaltet werden, dass er nicht defizitär ist und Investitionen zulässt“, nennt das Ortsoberhaupt Grundvoraussetzungen, die es zu beachten gilt. Anlass zu Hoffnungen gibt auch ein Bundesprogramm, an dem sich die Kommune beteiligt. Maximal vier Millionen Euro Zuschuss winken hier. Im Februar/März will das Bundesministerium des Innern, Bau und Heimat die Empfänger von Zuschüssen mitteilen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, was auch für alternative Finanzierungen gilt. Der Bürgermeister bringt diesbezüglich den Verkauf von Hallenbad-Gelände ins Spiel. Auch an eine modulare Umsetzung denkt er. Konkret: Es wird nicht die gesamte Summe fällig, wenn zuerst nur ein Hallenbad gebaut wird.

Seit zehn Jahren beschäftigt das Projekt die Kommune. Wer hätte das gedacht, als im Jahre 2008 der Gemeinderat großen Sanierungsbedarf sowohl beim Hallen- als auch beim Freibad konstatiert und beim Bürgerbeteiligungsprozess im selben Jahr der Wunsch nach einem kombinierten Bad im Schlossfeld im Leitbild 2020 aufgenommen wird. Eine Konzeptstudie aus dem Jahr 2014 errechnet Kosten in Höhe von zehn Millionen Euro.

Im November 2016 erteilt der Gemeinderat dem Büro kplan den Auftrag für die Planung des Kombibads. Im Oktober 2017 legen die Planer eine überarbeitete Kostenprognose in Höhe von 15 Millionen Euro auf den Tisch.